Abgeordnetenhauswahl

Linke räumt bei Berlins Jugend ab: 43 Prozent bei den unter 25-Jährigen

Die Linke dominiert bei jungen Berlinern, die CDU spielt dort kaum eine Rolle. Besonders deutlich ist der Absturz der Grünen bei ihrer früheren Kernklientel.

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Wahlparty der Berliner Linken: Anhänger feiern das Wahlergebnis mit Jubel und Freudengesten.

Wahlparty der Berliner Linken: Anhänger feiern das Wahlergebnis mit Jubel und Freudengesten.

© IMAGO/Emmanuele Contini

Der Wahlsieg der Linken hat eine klare Altersstruktur: Je jünger die Berliner sind, desto häufiger haben sie ihr Kreuz bei der Partei von Elif Eralp gemacht. Bei den 16- bis 24-Jährigen kommt die Linke auf 43 Prozent. Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 49 Prozent – fast jeder Zweite.

Noch 2023 sah das völlig anders aus. Damals erreichte die Linke bei den 16- bis 24-Jährigen lediglich 18 Prozent, bei den 25- bis 34-Jährigen 17 Prozent. Innerhalb von drei Jahren hat sie ihren Stimmenanteil unter jungen Erwachsenen damit mehr als verdoppelt beziehungsweise nahezu verdreifacht.

Besonders deutlich zeigt sich der Erfolg bei jungen Frauen: 51 Prozent der Wählerinnen unter 25 Jahren entschieden sich für die Linke. Die Grünen folgen mit großem Abstand bei zwölf Prozent. Unter den jungen Männern kommt die Linke auf 34 Prozent, dahinter folgt die AfD mit 15 Prozent.

Auch bei Erstwählern liegt die Linke weit vorne. 39 Prozent stimmten für die Partei, die Grünen erreichen 14 Prozent. Die CDU kommt auf lediglich acht Prozent.

Grüne verlieren Zehntausende Wähler an die Linke

Für die Grünen ist die Entwicklung besonders bitter. Noch bei früheren Wahlen waren sie unter jungen Großstadtwählern überdurchschnittlich erfolgreich. Nun hat ihnen die Linke einen erheblichen Teil dieser Wählerschaft abgenommen.

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Die Wählerwanderung von Infratest dimap zeigt das auch über die Altersgruppen hinaus: Unter dem Strich wechselten rund 57.000 frühere Grünen-Wähler zur Linken. Von der SPD kamen weitere 39.000, von der CDU 16.000. Gleichzeitig konnte die Linke netto rund 75.000 frühere Nichtwähler mobilisieren.

Die Verschiebung zeigt sich auch im Vergleich der Generationen. Während die CDU bei den unter 25-Jährigen auf acht Prozent kommt, erreicht sie bei den Berlinern ab 60 Jahren 29 Prozent und ist dort stärkste Kraft. Bei der Linken verläuft die Kurve nahezu umgekehrt: 49 Prozent bei den 25- bis 34-Jährigen stehen nur 15 Prozent bei den mindestens 70-Jährigen gegenüber.

Wie unterschiedlich die Generationen inzwischen auf die Machtfrage blicken, zeigt eine weitere Infratest-dimap-Befragung: Unter den 16- bis 34-Jährigen wollen 64 Prozent, dass die Linke den nächsten Senat führt, 27 Prozent bevorzugen die CDU. Bei den Berlinern ab 65 Jahren ist es umgekehrt: 58 Prozent sprechen sich für eine CDU-geführte Regierung aus, 33 Prozent für eine Führung durch die Linke.

Die Berlin-Wahl zeigt damit nicht nur einen deutlichen Erfolg der Linken. Sie zeigt auch, wie weit die politischen Präferenzen der Generationen inzwischen auseinanderliegen.

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