LONG WALK TO JUSTICE. Etwa hundert überwiegend junge Leute sind am Sonntag dem Aufruf Bob Geldofs gefolgt, zum G8-Gipfel nach Edinburgh zu fahren und dort mehr Unterstützung für die Entwicklungsländer zu fordern. In zwei Bussen, die von der Band Die Fantastischen Vier und Regisseur Ralf Schmerberg finanziert wurden, startete die deutsche Delegation am Mittag vor der Siegessäule. Zu den Teilnehmern gehört der 18-jährige Christoph Siemianowski aus Neuenhagen. Er hatte sich gemeinsam mit einem Freund erst beim Live-8-Konzert entschieden mitzufahren. Was kann es eigentlich Wichtigeres geben, als seine Stimme gegen die Armut zu erheben, habe er sich gefragt und nachts schnell seinen Rucksack gepackt: Gaskocher, Schlafsack, Wäsche und 50 Euro.ÜBERTRAGUNG. Der RBB übertrug das Konzert mit zwei Ü-Wagen für den Ton, einem Fernsehwagen für das Bild und einem High-Definition-Wagen für eine Live-8-DVD. 130 Mitarbeiter waren im Einsatz. Peter Radszuhn, Radio-1-Musikchef, und Moderator Peter Urban moderierten das Konzert. Als klar war, dass es bis nach Mitternacht dauern wird, gönnte sich Radzuhn in seiner Reporterkabine eine Flasche Rotwein.ÜBERBLICK. 70 Meter hoch war die Hebebühne, von der aus eine Kamera Bilder vom Konzert aufnahm. Der Kameramann und ein Techniker waren 10.30 Uhr hochgezogen worden und kamen erst nach dem Konzert wieder zur Erde. Eine Toilette hatten die beiden oben nicht.EINSATZ. Mit 300 Beamten war die Polizei im Einsatz. Es gab 20 Festnahmen wegen Diebstahls und Körperverletzung. Die 200 Sanitäter von den Maltesern und Johannitern mussten über 200 Mal Erste Hilfe leisten, wegen Schnittwunden, Übelkeit und Kreislaufschwäche.KLEIDUNG. Beim Interview nach seinem Auftritt schwitzte Wolfgang Niedecken, Sänger der Kölner Gruppe BAP, unheimlich. Sein Manager suchte aufgeregt ein Handtuch. Niedecken trug ein schwarzes Jackett. Am Ärmel ein Aufnäher: Berufsfeuerwehr Köln.KUNSTAKTION. Zwei Aktionskünstler in Ritterrüstung und Zorro-Kostüm hatten sich den Konzert-Tag anders vorgestellt. Sie hatten extra einen Rap für Afrika geschrieben, den sie auf der Bühne singen wollten. Das durften sie nicht. Aber auch vor die Bühne kamen sie nicht. Also zogen sie kostümiert durch die Massen und wurden wenigstens gefilmt: mit Fotohandys von den Zuschauern.------------------------------Foto : Christoph Siemianowski fährt nach Edingburgh.
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