Großbritannien hat am Donnerstag 38 neue Einträge auf seine Russland-Sanktionsliste gesetzt. Betroffen sind laut dem britischen Außenministerium unter anderem die Ölunternehmen Zarubezhneft und INK Capital, zwölf weitere Tanker der sogenannten Schattenflotte, drei Kryptobörsen, zwei Zahlungsplattformen sowie 17 Zulieferer von Gütern für die russische Rüstungsproduktion.
Russlands Ölgeschäfte im Fokus
Nach Angaben des Außenministeriums in Londen entfallen auf die bislang mit britischen Sanktionen belegten russischen Ölunternehmen inzwischen mehr als 90 Prozent der gesamten Ölförderkapazität Russlands. Indem weitere Unternehmen auf die Liste gesetzt werden, soll es schwieriger werden, Öl großer russischer Konzerne über nicht sanktionierte Firmen umzudeklarieren.
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Mit den zwölf zusätzlichen Tankern steigt die Zahl der von London sanktionierten Schiffe der sogenannten Schattenflotte auf über 600. Damit werden ältere Tanker bezeichnet, die mit verschleierten Besitzverhältnissen und wechselnden Flaggen russisches Öl transportieren, um westliche Sanktionen zu umgehen.
Finanznetzwerke und Rüstungszulieferer
Drei der sanktionierten Krypto- und Zahlungsdienstleister haben nach britischer Darstellung einen Bezug zu Kirgisistan. Zwei Einrichtungen sollen Zahlungen für das sogenannte A7-Netzwerk abgewickelt haben, das laut Außenministerium zur Umgehung westlicher Finanzsanktionen genutzt wird. Das Netzwerk habe im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mehr als 90 Milliarden US-Dollar bewegt – das entspricht etwa der Hälfte der jährlichen russischen Militärausgaben.
Zu den neuen Einträgen zählen auch die russische Bank Stolichny Kredit und das in Kanada registrierte Unternehmen Xeltox Enterprises, zu dem die Kryptoplattform Cryptomus gehört.
Die übrigen 17 Einträge betreffen Personen und Firmen, die laut britischer Regierung Werkzeugmaschinen, Elektronik und Material für die Produktion russischer Raketen und Drohnen liefern. Darunter ist demnach auch ein EU-Bürger, dem Verbindungen zu einem Unternehmen in einem Drittland vorgeworfen werden, das Werkzeugmaschinen nach Russland ausführt.
Die russische Botschaft in London reagierte laut der Nachrichtenagentur Reuters zunächst nicht auf eine Anfrage.
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