Gesundheit

Long-Covid-Studie: Erhöhtes Risiko, sich nach Long Covid erneut zu infizieren

Eine chinesische Untersuchung von Long-Covid-Patienten gibt Indizien. Forscher beurteilen die Daten kritisch, plädieren aber dafür, der Hypothese nachzugehen.

2 Min
Das Coronavirus unter dem Mikroskop.

Das Coronavirus unter dem Mikroskop.

© AP

Sind Patienten mit Long Covid anfälliger, bei einer erneuten Corona-Infektion wieder Symptome zu entwickeln? Eine Studie aus China legt diesen Schluss nahe. Die Wissenschaftler untersuchten Covid-Überlebende aus dem Frühjahr 2020, die im Krankenhaus von Wuhan behandelt worden waren nach zwei und dann wieder nach drei Jahren. In der letzten Phase der Untersuchung sorgte die Omikron-Variante für ein erhöhtes Infektionsgeschehen im Land. Etliche der Probanden erkrankten ein zweites Mal an Corona. Das berichtet das Portal Science Media Center unter Berufung auf einen Beitrag im Fachjournal The Lancet Respiratory Medicine.

Die Forscher hielten in ihrer Analyse fest, ob sich Patienten mit und ohne Long Covid unterschiedlich häufig mit Corona ansteckten. Demnach kam es bei Betroffenen von Long Covid bei 76 Prozent zu einer erneuten Erkrankung, bei Personen ohne Long Covid bei 67 Prozent.

Klarer sind hingegen die Erkenntnisse zu länger anhaltenden Erkrankungssymptomen drei Monate nach der Omikron-Infektion, auch wenn diese Daten nicht objektiv, sondern durch Selbstauskunft erfasst wurden: Personen, die nach der ersten Infektion bereits Long-Covid-Symptome zeigten, litten nach der zweiten Ansteckung häufiger an anhaltenden Symptomen (62 Prozent) als Personen, die zuvor kein Long Covid hatten (41 Prozent).

Experten sehen die Studie einerseits kritisch, andererseits empfehlen sie, dem darin aufgeworfenen Verdacht nachzugehen. „Diese Studie ist ein weiterer, kleiner Mosaikstein, um das Wissen zu den Langzeitfolgen einer Covid-19-Infektion, dem Long-Covid-Syndrom, oder einer Covid-19-Omikron-Reinfektion besser abschätzen zu können“, sagt etwa Julian Schulze zur Wiesch, Oberarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Die Analyse befasse sich jedoch nur mit einer ganz bestimmten Gruppe von Patienten. „Hier muss man vorsichtig sein, nicht zu sehr zu verallgemeinern.“

Experte: Long-Covid-Patienten sollten keine Befürchtungen hegen

Die Hypothese sollte zwar weiter getestet werden. „Im Alltag würde ich aber warnen, dass Patienten mit Long-Covid-Symptomen nach dem Lesen dieser Studie nunmehr zusätzliche Befürchtungen hegen“, sagt der Leiter des Ambulanzzentrums Virushepatologie.

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