Während am Freitag hunderte Lufthansa-Flüge wegen eines ganztägigen Streiks der Kabinengewerkschaft Ufo ausfallen, haben Verdi und die Konzerntochter Lufthansa City Airlines zeitgleich eine Tarifeinigung verkündet. Dies gaben die Gewerkschaft und das Unternehmen am Freitagmittag bekannt.
Verdi und Lufthansa City Airlines einigten sich nach monatelangen Verhandlungen auf das erste Tarifpaket für die 2023 gegründete Airline. Die Grundgehälter von Piloten und Kabinenpersonal steigen damit in drei Stufen um 20 bis 35 Prozent, die Verträge laufen mindestens drei Jahre. Verdi-Verhandlungsführer Marvin Reschinsky nannte die Gespräche „hart und intensiv“.
Peter Albers, operativer Geschäftsführer von Lufthansa City Airlines, sprach von einem „erfolgreichen Start in die Sozialpartnerschaft“. Weitere Streiks bei der neuen Airline sind damit nicht zu erwarten. Das Paket umfasst zudem eine Ergebnisbeteiligung, eine Sonderzahlung ab 2027, einen zusätzlichen freien Tag pro Monat und eine betriebliche Altersvorsorge mit fünf Prozent Arbeitgeberzuschuss.
Lufthansa-Flüge am BER wegen Streik gestrichen: Informationen für Fluggäste
Ufo bestreikt Lufthansa und Cityline
Ganz anders ist die Lage bei der Muttergesellschaft am Freitag: Die Kabinengewerkschaft Ufo rief die Flugbegleiter der Deutschen Lufthansa AG und der Regionaltochter Cityline zum dritten Arbeitskampf in diesem Jahr auf. In Frankfurt wurden 75 Prozent der Lufthansa-Starts gestrichen, auch am BER fallen dutzende Flüge aus. Viele weitere deutsche Flughäfen sind betroffen. Lufthansa-Vorstandsmitglied Michael Niggemann kritisierte den Streik als „verantwortungslose Eskalation“.
Ufo fordert Verbesserungen im Manteltarifvertrag und wirft der Lufthansa vor, bei der Cityline keinen Sozialtarifvertrag verhandeln zu wollen. Das sei für die rund 800 Cityline-Beschäftigten existenziell: Der Flugbetrieb der alten Regionaltochter soll im kommenden Jahr eingestellt werden. An ihre Stelle tritt die neue Lufthansa City Airlines – ein eigenständiger Betrieb mit ähnlichem Namen, aber deutlich günstigeren Kostenstrukturen.
Die teure Kerngesellschaft und die auslaufende Cityline werden von Ufo und der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bestreikt. Bei der kostengünstigeren Tochter City Airlines ist Verdi nun Partner. Der Arbeitskampf trifft die Lufthansa zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Der Iran-Krieg treibt die Kerosinpreise, gleichzeitig profitiert der Konzern von einer Sonderkonjunktur im Asienverkehr, weil Golf-Airlines wegen der Kampfhandlungen ausfallen.
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