Wochen nach dem rätselhaften Vorfall am Flughafen von Hanoi reißen die Spekulationen um Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und seine Ehefrau Brigitte nicht ab. Auslöser ist ein neues Buch des französischen Journalisten Florian Tardif, über das unter anderem Le Parisien berichtet. Darin wird behauptet, ein Streit um Nachrichten auf Macrons Handy habe hinter der Szene gesteckt.
Konkret geht es um die iranisch-französische Schauspielerin Golshifteh Farahani. Tardif behauptet laut Le Parisien, Brigitte Macron habe während des Flugs nach Vietnam Nachrichten Farahanis auf dem Handy des Präsidenten gesehen. Dies habe zu einem Streit geführt, der kurz darauf beim Ausstieg aus dem Präsidentenflugzeug eskaliert sei.
Umfeld von Brigitte Macron weist Darstellung zurück
Das Umfeld der First Lady weist die Darstellung allerdings entschieden zurück. Vertraute von Brigitte Macron erklärten laut Le Parisien, die Geschichte sei frei erfunden. Sie schaue „niemals“ in das Mobiltelefon ihres Mannes. Auch Farahani selbst hatte Gerüchte über eine angebliche Beziehung zu Macron in der Vergangenheit bereits dementiert. Belege für die nun verbreiteten Behauptungen gibt es bislang nicht. Weder veröffentlichte Nachrichten noch andere Nachweise wurden präsentiert.
Das Video aus Hanoi hatte Ende Mai weltweit Aufmerksamkeit ausgelöst. Darauf ist zu sehen, wie Brigitte Macron ihrem Mann beim Öffnen der Flugzeugtür mit beiden Händen ins Gesicht greift und ihn zurückschiebt. In sozialen Netzwerken wurde die Szene teils als Ohrfeige oder heftiger Ehestreit interpretiert.
Buchautor beschreibt Spannungen im Präsidentenpaar
Macron selbst hatte den Vorfall später heruntergespielt und von einer „Scherzerei“ gesprochen. Der Elysée-Palast erklärte, das Paar habe lediglich „herumgealbert“.
Der Buchautor Florian Tardif zeichnet in Interviews inzwischen jedoch das Bild wachsender Spannungen zwischen Präsident und First Lady. Gegenüber RTL sagte er, Brigitte Macron wolle sich nach dem Ende von Macrons Amtszeit aus dem politischen Leben zurückziehen und mehr Zeit mit Kindern und Enkeln verbringen. Emmanuel Macron denke dagegen offenbar bereits an eine mögliche Rückkehr in die Politik im Jahr 2032.
Tardif behauptet zudem, Brigitte Macron habe in den vergangenen Monaten an Einfluss auf ihren Mann verloren. Früher sei sie die Einzige gewesen, die dem Präsidenten offen widersprochen habe. Inzwischen höre Macron weniger auf ihre Ratschläge, sagte der Journalist.
Auch international wurde der Vorfall später aufgegriffen. US-Präsident Donald Trump machte sich Anfang April bei einem privaten Mittagessen über Macron und dessen Ehefrau lustig. In einem zunächst auf dem Youtube-Kanal des Weißen Hauses veröffentlichten und später gelöschten Video sagte Trump über Macron, dessen Frau behandle ihn „extrem schlecht“. Macron bezeichnete die Äußerungen später als „weder elegant noch dem Anlass angemessen“.
Brigitte Macron und die rüde Geste: Nichts zum Weglachen
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