Russland hat einen erfolgreichen Test der Interkontinentalrakete Sarmat durchgeführt. Das berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf den Kommandeur der strategischen Raketentruppen, Sergej Karakajew, der Präsident Wladimir Putin über den Test informierte. Laut der Nachrichtenagentur AP fand der Test am Dienstag statt.
Karakajew erklärte laut TASS, der Test bestätige die geplanten Eigenschaften des Systems. Das erste mit Sarmat ausgerüstete Raketenregiment solle bis Ende 2026 in der Region Krasnojarsk in den Dienst gestellt werden. Die Rakete soll das aus sowjetischer Produktion stammende System Wojewoda ablösen und dieses bei Reichweite, Nutzlast und Startbereitschaft übertreffen.
Putin bezeichnete laut TASS die Sarmat als „mächtigstes Raketensystem der Welt“. Das System stehe dem Wojewoda-System in der Sprengkraft der mitgeführten Gefechtsköpfe nicht nach. Die Rakete könne sowohl auf einer ballistischen als auch auf einer suborbitalen Flugbahn eingesetzt werden, was eine Reichweite von mehr als 35.000 Kilometern ermögliche. Die Sprengkraft ihrer nuklearen Gefechtsköpfe sei mehr als viermal so hoch wie bei jedem westlichen Pendant.
Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, war die Sarmat – im Westen unter dem Namen „Satan II“ bekannt – seit Beginn ihrer Entwicklung im Jahr 2011 erst einmal erfolgreich getestet worden. Bei einem Test im Jahr 2024 soll es laut AP zu einer schweren Explosion gekommen sein.
Weitere Waffensysteme vor der Fertigstellung
Putin verwies laut TASS zudem auf weitere Waffensysteme: Das Hyperschallsystem Oreschnik mittlerer Reichweite sei seit 2025 im Dienst, die Arbeiten am atomar angetriebenen Unterwasserfahrzeug Poseidon und am Marschflugkörper Burewestnik befänden sich in der Endphase. Auch das Hyperschallsystem Kinzhal werde nach Angaben Putins bereits im Einsatz in der Ukraine verwendet, an einer Verbesserung der konventionellen Variante werde gearbeitet.
Den Ausbau der Atomstreitkräfte führte Putin laut TASS auf den Ausstieg der USA aus dem ABM-Vertrag, einem Rüstungskontrollvertrag zwischen den USA und der Sowjetunion zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen, im Jahr 2002 zurück. Russland sei gezwungen gewesen, seine strategische Sicherheit unter neuen Bedingungen zu organisieren. Der letzte verbliebene Atomwaffenkontrollvertrag zwischen Russland und den USA ist im Februar ausgelaufen. Damit gibt es erstmals seit über einem halben Jahrhundert keine Obergrenzen mehr für die beiden größten Nukleararsenale.
Laut AP erfolgte die Ankündigung des Tests wenige Tage nach einer Militärparade auf dem Roten Platz, bei der erstmals seit fast zwei Jahrzehnten keine schweren Waffen gezeigt wurden.
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