Magdeburg steht in diesen Tagen ganz im Zeichen seines berühmten Kaisers: Erst Anfang September wurde Otto der Große nach der Restaurierung seiner Grablege wieder im Magdeburger Dom beigesetzt. Nun bekommt der Herrscher vom 2. bis 4. Oktober erneut seine große Bühne – beim 16. Kaiser-Otto-Fest. Für ein Wochenende bespielen mehr als 40 Acts sechs Orte im ganzen Domviertel.
Ritter kämpfen hoch zu Ross, Bands bringen Dudelsäcke und Trommeln zum Klingen, Artisten und Gaukler sorgen für Unterhaltung. Dazu kommen historische Führungen, Handwerk, Mitmachangebote für Familien und am Abend große Feuershows. Am Samstag zieht außerdem der Pestzug von Zeter & Mordio über das Festgelände.
Vom Kaiser bis zum Eulenspiegel
Eine der Neuerungen in diesem Jahr führt direkt zum Namensgeber der Ottostadt: Die Kammerspiele Magdeburg zeigen auf dem Domplatz „Der junge König“. Das Stück nach einem Werk des Magdeburger Autors Dirk Heidicke erzählt von den frühen Jahren Ottos I. Mehrmals täglich wird der junge Herrscher dabei zum Theaterhelden. Otto wurde 936 mit 23 Jahren zum König gekrönt, 26 Jahre später folgte in Rom die Kaiserkrönung.
Schon die Premiere war umfangreich: 22 Theaterinszenierungen, zehn historische Musikgruppen und zahlreiche Handwerker gehörten zum Programm. Das Fest sollte dabei von Anfang an nicht ausschließlich Otto dem Großen gewidmet sein. Auch andere Persönlichkeiten der Magdeburger Geschichte wie Otto von Guericke, Mechthild von Magdeburg oder Till Eulenspiegel wurden in den Folgejahren Teil der Inszenierungen.
2012 folgte prompt die zweite Ausgabe – ausgerechnet in einem Jahr, in dem Magdeburg besonders intensiv auf Otto blickte: Der 1100. Geburtstag des Kaisers und der 1050. Jahrestag seiner Kaiserkrönung wurden gefeiert. Gleichzeitig zeigte das Kulturhistorische Museum die große Landesausstellung „Otto der Große und das Römische Reich“. Das Kaiser-Otto-Fest wurde damit Teil eines ganzen Otto-Jahres in der Stadt.
Mehr als 40 Acts verwandeln Magdeburg in eine mittelalterliche Erlebniswelt.
© Christian Schroedter/imago
Ein Selbstläufer war das Fest trotzdem nicht. Nach den ersten beiden Ausgaben zog sich die Interessengemeinschaft Innenstadt als Ausrichter zurück. 2013 musste die Stadt deshalb mit der eigens für das Fest gegründeten Kaiser-Otto-Fest GmbH über dessen Fortführung verhandeln. Die Stadt stellte damals 119.000 Euro zur Verfügung und erklärte, das Fest langfristig als Stadtfest mit überregionaler Ausstrahlung etablieren zu wollen.
Inzwischen ist das Mittelalter-Spektakel fest im Veranstaltungskalender verankert. Zur 14. Ausgabe kamen 2024 nach Angaben des Veranstalters mehr als 25.000 Besucher. In diesem Jahr wird das Fest nun zum 16. Mal veranstaltet.
Hoch zu Ross und auf der Bühne
Auch 2026 bleibt es bei der Mischung aus Geschichte und Unterhaltung. Zu den Publikumsmagneten gehören erneut die Ritter der Kronen Europas mit ihren Turnieren. Auf dem Domplatz spielt unter anderem die Berliner Mittelalterband Cultus Ferox, am Kloster treten weitere Spielleute auf. Historische Holzspiele, Marionettentheater, Märchen und Schatzsuche richten sich an Familien.
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Wenn es dunkel wird, wird es düsterer: Freitag und Samstag sind Feuershows geplant. Am Samstag erinnert der Pestzug von 20.30 bis 21.30 Uhr an die Pestzeit in Magdeburg.
Das Fest öffnet am Freitag von 16 bis 23 Uhr, am Samstag von 11 bis 23 Uhr und am Sonntag von 11 bis 20 Uhr. Tageskarten kosten im Vorverkauf 10 Euro, ermäßigt 8 Euro; eine Dauerkarte für alle drei Tage kostet 22 beziehungsweise 18 Euro, jeweils zuzüglich Vorverkaufsgebühr. Kinder bis einschließlich zwölf Jahre haben freien Eintritt.
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