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Kriminalität

Tödlicher Streit am Bahnhof Zoo: Mann auf offener Straße erschossen, Täter flüchtig

Kurz vor Mitternacht fallen am Hardenbergplatz Schüsse. Ein 30-Jähriger stirbt noch am Tatort. Der mutmaßliche Täter ist auf der Flucht.

Eva Maria Braungart Matthias Zachel
3 Min
Ein 30-Jähriger wurde in der Nacht zu Montag in Charlottenburg erschossen.

Ein 30-Jähriger wurde in der Nacht zu Montag in Charlottenburg erschossen.

© Olaf Wagner

Mitten in Berlin ist ein 30-jähriger Mann auf offener Straße erschossen worden. Nach einem Streit zwischen mehreren Menschen fielen kurz vor Mitternacht am Hardenbergplatz im Stadtteil Charlottenburg Schüsse. Sanitäter versuchten noch, den 30-Jährigen wiederzubeleben – doch er starb noch am Tatort. Das teilte die Polizei auf X mit.

Der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Petzold, sagte der Berliner Zeitung am Montagmorgen, es habe noch keine Festnahme gegeben. Auch die Tatwaffe sei noch nicht sichergestellt worden. Der mutmaßliche Täter ist laut Polizei auf der Flucht. Die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.

Mittlerweile sei bekannt, wie viele Schüsse gefallen seien, und dass nach einem Einzelschützen gesucht werde. Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Vorfällen mit Schusswaffen in der Hauptstadt.

Was ist am Bahnhof Zoo passiert?

Der Vorfall ereignete sich kurz vor Mitternacht auf dem Hardenbergplatz, direkt vor dem Bahnhof Zoologischer Garten. Zwischen mehreren Menschen kam es dort zu einem Streit.

In dessen Verlauf wurde der 30-Jährige angeschossen und tödlich verletzt. Sanitäter leisteten sofort Erste Hilfe und versuchten, ihn wiederzubeleben. Ihre Bemühungen blieben erfolglos – der Mann starb noch am Tatort.

Tödlicher Streit am Bahnhof Zoo: Polizei bittet um Mithilfe

  • Wer hat zur Tatzeit am 9. August 2026, gegen 23.50 Uhr, Wahrnehmungen auf dem Hardenbergplatz gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten?
  • Wer kann sonst sachdienliche Angabenzur Tat oder zu dem Täter geben?
  • Hinweise richten Sie bitte an die 1. Mordkommission in der Keithstraße 30 in 10787 Berlin, unter (030) 4664-911111, per E-Mail an [email protected] oder an jede andere Polizeidienststelle.
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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist noch Gegenstand der Ermittlungen, wer genau gesucht werde. Auch zu Hintergründen des Streits teilte sie nichts mit. Die Obduktion des Leichnams werde derzeit durchgeführt, Ergebnisse seien noch nicht bekannt.

Warum der Tatort besonders im Fokus steht

Der Bahnhof Zoo liegt im Berliner Westen und gilt als einer der wichtigsten Knotenpunkte im Berliner Nahverkehr. Für viele Touristen ist er der Ausgangspunkt, um den westlichen Teil der Stadt zu erkunden.

In direkter Nähe liegen bekannte Ziele: die Einkaufsmeile Kurfürstendamm und die Gedächtniskirche. Der Hardenbergplatz vor dem Bahnhof ist entsprechend stark frequentiert – auch spät in der Nacht.

Genau an diesem belebten Ort fielen die tödlichen Schüsse.

Berlin und die zunehmenden Schusswaffen-Vorfälle

Der Fall ist kein Einzelfall. In Berlin kommt es immer wieder zu Vorfällen mit Schusswaffen. Erst am frühen Sonntagmorgen hatten Unbekannte auf die Scheibe einer Gaststätte in Neukölln geschossen.

Am vergangenen Freitag wurde ein 22-Jähriger im Kreuzberger Graefekiez bei Schüssen verletzt. Einen Zusammenhang zur Tat am Bahnhof Zoo sieht die Staatsanwaltschaft derzeit nicht. Am Wochenende zuvor wurde ein 38-Jähriger in Schöneberg angeschossen.

Laut Polizei hat der Einsatz von Schusswaffen in Berlin stark zugenommen. Die Zahlen sind deutlich: Im vergangenen Jahr gab es 1119 registrierte Fälle von Schusswaffengebrauch, ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024. In mehr als 500 Fällen wurde tatsächlich geschossen

Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel benannte im Februar im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses einen möglichen Grund. „Streitigkeiten, die früher mit Fäusten ausgetragen wurden, werden heute vielleicht eher mit Schusswaffen ausgetragen“, sagte sie.

Zum Fall am Bahnhof Zoo ist eine gemeinsame Pressemitteilung der Polizei und der Staatsanwaltschaft für den Verlauf des heutigen Tages angekündigt.

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