Polizisten haben gestern früh auf der Stadtautobahn einen 85-jährigen Geisterfahrer aus Hohen Neuendorf (Landkreis Oberhavel) gestoppt. Der Rentner war gegen fünf Uhr mit seinem Renault Twingo auf der nördlichen Fahrbahn der A 100 zwischen Heckerdamm und ICC stadteinwärts unterwegs. Erschrockene Autofahrer hatten sich bei der Polizei gemeldet, die sofort die Autobahn sperrte und den Verkehr stoppte. Bei der vier Kilometer langen Geisterfahrt wurde niemand verletzt. "Der Twingo fuhr zwar nicht schnell, aber es ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn plötzlich ein Auto auf derselben Spur einem direkt entgegenkommt", sagte Zeuge Bernd Friedrich.Der aufgeregte Rentner sagte der Polizei, dass er nach Hause wolle, jedoch nicht wüsste, wie er dort hinkomme. Er habe sich verfahren und sei schon 21 Stunden unterwegs. Die Verkehrspolizei half ihm durch die Stadt und brachte ihn nach Hause. Den Führerschein ist der 85-Jährige jetzt allerdings los.Geisterfahrer sind auf den Berliner Autobahnen relativ selten, so die Polizei. Zuletzt war Ende November vergangenen Jahres auf der Avus ein Geisterfahrer gestoppt worden. Autofahrer hatten die Polizei alarmiert, weil der 49-jährige Mann aus der Oberpfalz mit seinem Lkw auf der falschen Fahrbahnseite in Richtung Potsdam unterwegs war. Kurz darauf wurde der 18-Tonner vor der Abfahrt Hüttenweg gestoppt. Laut Polizei machte der Fahrer einen müden und verwirrten Eindruck. Zudem hatte er getrunken. (ls.)
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