Bei einer Demonstration vor der iranischen Botschaft in Berlin ist es zu Ausschreitungen und Festnahmen gekommen. Mindestens ein Mann hat versucht, auf das Botschaftsgelände zu gelangen. Dabei verletzte er sich am Nato-Draht die Hände. Die Stimmung war aufgeladen. Sowohl vor der Botschaft in der Podbielskiallee als auch am Pariser Platz und Unter den Linden war zuvor zu Kundgebungen aufgerufen worden.
„Wir sind laut – wie die Iraner auf den Straßen im Iran“, sagt Shahab Enayati, der Organisator des Protests an der Podbielskiallee. Die Politiker in Deutschland sollen nach Ansicht des Iraners mehr „zuhören“. Zunehmend sind außerdem Rufe nach einer Rückkehr des Schahs zu hören. Reza II., Sohn des 1979 gestürzten Reza Pahlavi, bringt sich dabei aus seinem Exil in den USA ins Gespräch. Kritik oder Mutmaßungen, dass auch eine Herrschaft des Schahs eine Diktatur wäre, weist Enayati zurück: „Das ist eine Lüge“, sagt der 42-Jährige.
Angesichts der Massenproteste im Iran hatten sich bereits am Vortag Demonstranten an der iranischen Botschaft in London versammelt. In einem Video, das in sozialen Netzwerken verbreitet wird, ist zu sehen, wie ein Mann an der Fassade des Botschaftsgebäudes hochklettert und die dort angebrachte iranische Flagge entfernt.
Die Demonstrationen an den Botschaften richten sich vor allem gegen das harte Vorgehen der iranischen Führung gegen die Massenproteste in dem Land. Diese hatten sich am Zorn über die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage entzündet. Im Iran ist derzeit Ayatollah Ali Khamenei die höchste politische und religiöse Autorität. Wegen der Proteste wurde im Iran das Internet abgeschaltet. Viele Menschen kommunizieren daher über das System Starlink.
Menschenrechtsorganisationen haben vor einer brutalen Niederschlagung der Proteste gewarnt. Die Organisation Iran Human Rights geht derzeit von 192 Toten aus.
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