BERLIN. Obwohl sich der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen Tagen kräftig erholt hat, sind die meisten Anleger weiter tief verunsichert. In diesem Jahr hat der Deutsche Aktienindex (Dax) 13 Prozent verloren, und viele fürchten, dass die globale Finanzkrise die Notierungen weiter nach unten treibt. Doch nicht alle sehen die Zukunft so düster: Ausgerechnet die Top-Manager vieler börsengelisteter Unternehmen scheinen an eine baldige Trendwende zu glauben.Director's Dealings nehmen zuWährend Wachstumsprognosen reihenweise nach unten korrigiert werden und die Krise weiter schwelt, decken sich Vorstände mit Aktien ihrer eigenen Unternehmen ein - und das in einem Ausmaß wie nie zuvor: Berechnungen der Commerzbank zufolge sind Zahl und Volumen der so genannten Director's Dealings derzeit so hoch wie noch nie, seit diese Zahlen erfasst werden - und das tut die Commerzbank immerhin Woche für Woche seit dem Jahr 2002.So kaufte Siemens-Chef Peter Löscher gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen Joe Kaeser und Hermann Requardt Mitte März von ihrem Privatvermögen Siemens-Aktien für insgesamt 3,65 Millionen Euro. Allein drei Millionen Euro investierte zuletzt auch das Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Börse, Richard Hayden, in unternehmenseigene Aktien. ThyssenKrupp-Vorstand Edwin Eichler erwarb für gut 700 000 Euro Thyssen-Papiere. Und Adidas-Chef Herbert Hainer kaufte für 100 000 Euro Aktien des von ihm geführten Sportartikelkonzerns."Wir beobachten derzeit zwei Phänomene", sagt Commerzbank-Aktienexperte Gerrit Weber. "Zum einen sind die Kaufaktivitäten von Top-Managern äußerst hoch, zum anderen die Verkaufsaktivitäten extrem gering." Und das gilt als ein gutes Zeichen. Denn wer kennt sich schon besser in den Konzernen aus als die Vorstände selbst? Kaufen sie von ihrem Privatvermögen deren Aktien bedeutet das, dass sie von ihren Zukunftsaussichten überzeugt sind. "In Käufen von Top-Managern sehen wir ganz klar einen deutlichen Indikator für steigende Kurse in dieser Aktie", sagt Commerzbank-Experte Weber.Manchmal aber kaufen Manager auch gezielt diese Aktien, um dem Markt nach schlechten Nachrichten ein Vertrauenssignal zu senden - so geschehen bei der Hypo Real Estate (HRE): Als die Bank Mitte Januar völlig unerwartet hohe Abschreibungen im Zuge der Finanzmarktkrise bekannt gab, rauschte der Kurs in den Keller. Daraufhin deckte sich der komplette Vorstand mit HRE-Aktien ein. Geholfen hat das zwar zunächst nicht: Der Aktienkurs von HRE gab in den folgenden Wochen weiter deutlich nach. Mittlerweile liegt er aber schon wieder über dem Einstiegsniveau der HRE-Manager, die damit ein gutes Geschäft gemacht haben. So scheint sich auch in diesem Fall die Regel zu bestätigen, die Commerzbanker Weber so formuliert: Käufe von Vorständen führen zeitversetzt zu steigenden Kursen dieser Aktien.Kopieren und verdienenAnleger können davon profitieren. Denn die Manager müssen die Transaktionen, die sie in Aktien des eigenen Unternehmen vornehmen, innerhalb von fünf Tagen der Finanzaufsicht anzeigen - und die veröffentlicht die Deals dann umgehend. "Wer die Director's Dealings nachvollzieht, kann damit signifikante Überrenditen erzielen", sagt Bernd Meyer, Aktienstratege bei der Deutschen Bank. Im Klartext: Wer die Transaktionen der Manager kopiert, der kann viel Geld verdienen. Meyer schätzt, dass mit einer solchen Strategie aufs Jahr gesehen Renditen zu erzielen sind, die im Schnitt rund fünf Prozent über der Entwicklung des Dax liegen.Analog muss es aber kein Alarmsignal sein, wenn Manager Aktien verkaufen. Meyer zufolge hat das meist einen simplen Grund: "Häufig tun sie das nur, weil sie mit ihrem Privatvermögen nicht mehr alles auf eine Karte setzen wollen."------------------------------Investment für NachahmerFür Anleger, denen es zu mühsam ist, die Aktienkäufe und -verkäufe der Manager nachzuvollziehen oder die dafür schlicht nicht die nötigen Summen zur Verfügung haben, gibt es eine Alternative. Sie können zum Beispiel das Insider-Zertifikat der Commerzbank (WKN: CK1598) kaufen.Dieses Zertifikat investiert immer in die fünf zuletzt von Vorständen und Aufsichtsräten meist gekauften Aktien aus dem Dax. Zuletzt setzte das Papier auf Siemens, RWE, Hypo Real Estate, ThyssenKrupp und Conti. In den vergangenen Wochen hat der Kurs des Zertifikats kräftig zugelegt.------------------------------Grafik: Commerzbank Insiderzertifikat
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