Wendegeschichten

Wie ein Dresdner Musiker alles zurückließ, um sein Leben neu zu komponieren

Am 3. Oktober 1989 wagt der junge Dresdner Musiker Markus Rindt die Flucht aus der DDR. Erinnerungen an die Geschichte eines Mannes, für den das Überwinden von Grenzen zum Lebensthema geworden ist.

14 Min
Vor der Silhouette seiner Wahlheimat Dresden: Markus Rindt kehrte 1996 zurück und ist bis heute geblieben.

Vor der Silhouette seiner Wahlheimat Dresden: Markus Rindt kehrte 1996 zurück und ist bis heute geblieben.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Das Horn blieb zurück, das Mundstück auch und erst recht die Noten. Wären sie in dem Rucksack von Markus Rindt gefunden worden, hätten die Grenzer sofort Verdacht geschöpft. Es ist der 3. Oktober 1989. Die Republik ist in Aufruhr. Seit einem Monat gibt es Montagsdemos, erst in Leipzig, dann auch in anderen Städten. „Wir sind das Volk“, schallt es durch die abendlichen Straßen. Ungarn hat seine Grenzen zu Österreich längst geöffnet, und auf dem Gelände der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Prag sammeln sich Tausende Ausreisewillige.

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