Volksfest

Martinimarkt Neuruppin 2026: Gehört diese Kirmes zu den größten im Osten?

Bis zu 200.000 Gäste: Der Martinimarkt Neuruppin gehört zu den wichtigsten Ostdeutschlands. Doch wie groß ist er im Vergleich zu denen in Parchim, Klötze oder Grabow?

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Der Martinimarkt in Parchim mit Riesenrad. Auch für den Neuruppiner Martinimarkt ist ein Riesenrad angekündigt.

Der Martinimarkt in Parchim mit Riesenrad. Auch für den Neuruppiner Martinimarkt ist ein Riesenrad angekündigt.

© Katja Frick/Ostdeutsche Allgemeine

Wenn sich die Karl-Marx-Straße zwischen Schulplatz und Bernhard-Brasch-Platz in eine leuchtende Vergnügungsmeile verwandelt, beginnt in Neuruppin die größte Kirmes des Jahres. Vom 30. Oktober bis zum 8. November wird der Martinimarkt 2026 zum 370. Mal gefeiert.

Mehr als 100 Schausteller kommen dafür in die Fontanestadt. Angekündigt sind 20 Fahrgeschäfte, drei Losbuden und 14 Schieß-, Spiel- und Werfgeschäfte. Hinzu kommen Imbissstände, Ausschankbetriebe, Reisebäckereien und Süßwarenbuden. Rund 400 Transporte sind nötig, um Geschäfte, Pack- und Wohnwagen nach Neuruppin zu bringen. Verlegt werden etwa 25 Kilometer Stromkabel, mehr als eine Million LED-Lichter sollen die Innenstadt erhellen.

„Anubis“ ist das höchste Fahrgeschäft

Zu den Höhepunkten des Martinimarktes 2026 gehört der 55 Meter hohe Booster „Anubis“. Außerdem stehen unter anderem „Pacific Rim“, „Ghost Rider“, „1001 Nacht“, „Big Spin“, „Magic“, „Speedy“ und „Jumpstreet“ auf dem Programm. Familien können sich auf ein zweistöckiges Dampfkarussell freuen, zu Halloween soll der „Geistertempel“ für Gruselstimmung sorgen.

Der öffentliche Schaustellergottesdienst beginnt am Eröffnungstag um 13 Uhr auf dem Autoscooter. Um 14 Uhr eröffnet Bürgermeister Nico Ruhle den Markt. Um 17.30 Uhr starten zwei Lampion- und Fackelumzüge. Wegen der Baustelle am Bahnhof Rheinsberger Tor beginnt einer davon diesmal an der Rosenstraße, der andere auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums REIZ.

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Geöffnet ist freitags und samstags von 14 bis 24 Uhr. Von Sonntag bis Donnerstag läuft der Markt in der Regel bis 22 Uhr, am letzten Sonntag endet er um 20 Uhr. Am 4. November ist Familientag. Das Feuerwerk ist für den 6. November um 22 Uhr angekündigt.

Bis zu 200.000 Besucher werden erwartet

Für die zehn Veranstaltungstage rechnen die Organisatoren mit bis zu 200.000 Gästen. Ob diese Marke erreicht wird, hängt stark vom Wetter und von der Verkehrslage ab. Rückblicke auf 2025 nannten knapp 150.000 Besucher. Damit zieht die Kirmes ein Mehrfaches der 33.000 Neuruppiner Einwohner an und besitzt eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für Gastronomie, Handel und Beherbergungsbetriebe.

Vergleich: Neuruppin und Parchim

Als wichtigster Konkurrent im Nordosten gilt der Parchimer Martinimarkt, den es schon seit 1370 gibt. Die Stadt bezeichnet ihn als Mecklenburgs größten Jahrmarkt. Er findet 2026 vom 6. bis 9. November statt und nutzt ein rund 19.000 Quadratmeter großes Festplatzgelände. Mit vier Tagen ist er jedoch deutlich kürzer als der zehntägige Neuruppiner Markt.

Für den überregional im Norden beliebten Martinimarkt in Parchim vom 6. bis 9. November laufen die Vorbereitungen ebenfalls schon auf Hochtouren.

Für den überregional im Norden beliebten Martinimarkt in Parchim vom 6. bis 9. November laufen die Vorbereitungen ebenfalls schon auf Hochtouren.

© Katja Frick/Ostdeutsche Allgemeine

Im Jahr 2024 wurden in Parchim rund 85.000 Besucher gezählt, 2025 waren es nach Angaben der Stadt etwa 80.000. Neuruppin lag mit knapp 150.000 Gästen im vergangenen Jahr deutlich darüber. Sollte die Prognose von 200.000 Besuchern 2026 eintreffen, würde Neuruppin mehr als doppelt so viele Menschen anziehen wie Parchim zuletzt.

Klötze ist bei Martinimärkten ein Schwergewicht

Ebenfalls zur Spitzengruppe zählt der Martinimarkt in Klötze in Sachsen-Anhalt. Er läuft bereits seit dem 22. und noch bis zum 26. Oktober und gilt als größtes und traditionsreichstes Innenstadtfest der Altmark. Auf einer rund 28.000 Quadratmeter großen Festmeile stehen etwa 90 Schaustellergeschäfte, darunter 16 Fahrgeschäfte. Ergänzt wird die Kirmes an diesem Wochenende durch einen Warenmarkt.

Damit erreicht Klötze bei der Zahl der Geschäfte fast die Neuruppiner Dimension, dauert aber nur fünf statt zehn Tage. Ältere Berichte nannten für Klötze Schätzungen von ebenfalls rund 200.000 Besuchern. In den jüngsten offiziellen Angaben wird jedoch keine Besucherzahl veröffentlicht.

Der traditionsreiche Martinimarkt in Grabow ist deutlich kleiner. Bei der Ausgabe 2024 rechneten die Veranstalter mit mehr als 15.000 Besuchern. Damals waren 41 Schaustellerbetriebe mit insgesamt 50 Geschäften vertreten. Auch der mittelalterlich geprägte Martensmarkt in Schwerin ist wegen seines anderen Konzepts kaum mit einer klassischen Großkirmes wie in Neuruppin vergleichbar.

Welchen Stellenwert hat der Neuruppiner Martinimarkt?

Ein offizielles Ranking sämtlicher Martinimärkte in Ostdeutschland existiert nicht. Zudem unterscheiden sich die Veranstaltungen erheblich: Einige sind große Volksfeste mit Fahrgeschäften, andere vor allem Waren-, Kunsthandwerker- oder Mittelaltermärkte.

Nach den verfügbaren Zahlen zählt Neuruppin aber eindeutig zur Spitzengruppe. Mit zehn Tagen besitzt der Martinimarkt eine außergewöhnlich lange Spielzeit. Mehr als 100 Schausteller, 20 Fahrgeschäfte und zuletzt annähernd 150.000 Besucher unterstreichen seine überregionale Bedeutung. Bei Erreichen der erwarteten 200.000 Gäste dürfte er zu den reichweitenstärksten klassischen Martinimärkten im gesamten Osten gehören.

Die Bezeichnung „größte Kirmes zwischen Ostsee und Berlin“ ist zwar ein Werbeslogan und keine amtlich geprüfte Rangliste. Im Vergleich mit Parchim, Grabow und den derzeit veröffentlichten Daten aus Klötze ist der Anspruch jedoch nachvollziehbar: Neuruppin gehört nicht nur zu den größten Martinimärkten Ostdeutschlands, sondern dürfte gemessen an Dauer und jüngeren Besucherzahlen einer der führenden sein.

Baustellen erschweren die Anreise

Autofahrer müssen rund um den Markt mit Einschränkungen rechnen. Die B167 zwischen der A24 und dem Neuruppiner Ortseingang bleibt bis Montag, 26. Oktober, voll gesperrt. Anschließend ist zunächst eine einspurige Verkehrsführung vorgesehen. Bis zum 13. November soll der Verkehr von der A24 in Richtung Stadt über die Anschlussstelle Neuruppin-Süd geleitet werden.

Der bisherige Parkplatz am Bahnhof Rheinsberger Tor steht wegen des Baus eines neuen Busbahnhofs nicht zur Verfügung. Als Alternativen kommen unter anderem der neue Pendlerparkplatz an der Ernst-Toller-Straße und die Stellplätze am Einkaufszentrum REIZ infrage.

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