Marzahner Baustadtrat: Neue Strecken prüfen

Ortsumgehung soll Wohnviertel nicht belasten

Michael Dörschel
3 Min

Der Baustadtrat des Berliner Bezirkes Marzahn, Wilfried Nünthel (CDU), lehnt die vom Brandenburgischen Straßenbauamt in Strausberg vorgeschlagenen Varianten für die Ortsumgehung von Ahrensfelde (Barnim) ab. Keine der Trassen berücksichtige die Interessen der in den betroffenen Siedlungen von Ahrensfelde, Eiche und Berlin-Marzahn lebenden Menschen, sagte Nünthel am Rande eines Bürgerforums am Donnerstagabend der "Berliner Zeitung". Nünthel fordert eine großflächigere Untersuchung, um neue Varianten für die Ortsumgehung im Zuge der Bundesstraße 158 zu finden. Diese sollten weiter entfernt als die bisher diskutierten an den Wohngebieten vorbei führen, sagte Nünthel. Auch seien bei den bisherigen Betrachtungen die Verkehrsströme von und nach Berlin-Hohenschönhausen nicht berücksichtigt worden.In dem seit Jahren andauernden Streit um die Ahrensfelder Ortsumgehung waren zuletzt noch drei Trassenführungen im Gespräch. Die als Varianten 1 und 2 bezeichneten Strecken führen südlich um Ahrensfelde herum. Während für die Variante 1 der Ausbau bereits vorhandener Straßen in Berlin-Marzahn vorgesehen ist, soll bei der Variante 2 eine neue Straße durch Wohngebiete in Ahrensfelde und Berlin-Marzahn gebaut werden. Bei einer dritten Variante soll Ahrensfelde westlich umgangen und am Autobahndreieck Schwanebeck an den Berliner Ring angebunden werden. Neu errichtete Häuser auf dieser geplanten Trasse machen allerdings eine Umsetzung der Variante 3 inzwischen unmöglich."Das wäre für Berlin die beste Lösung gewesen", sagt Wilfried Brill, der Abteilungsleiter Verkehrsplanung beim Berliner Senat. Nun favorisiere Berlin die zweite vorgeschlagene Trasse. "Wenn wie in Variante 1 geplant bestehende Marzahner Straßen ausgebaut werden sollen, müssten wir uns an den Kosten beteiligen", sagt Brill. Das aber sei ausgeschlossen."Kein Licht am Ende des Tunnels"Das Land Brandenburg hatte sich ursprünglich ebenfalls für die Variante 2 eingesetzt. Hans-Joachim Vollbracht, der zuständige Abteilungsleiter im Brandenburger Verkehrsministerium, sagte am Donnerstagabend bei einer Livediskussion des ORB-Magazins "Vor Ort" aber, dass alle Varianten noch einmal untersucht werden sollen. Das Raumordnungsverfahren werde im kommenden Frühjahr eingeleitet. Vollbracht sagte aber auch, er sehe "noch kein Licht am Ende des Tunnels". Das Verfahren könne sich noch fünf oder sechs Jahre hinziehen."Eigentlich sollte es bereits vor fünf Jahren beginnen," sagt Bernhard Wollermann, der Amtsdirektor von Ahrensfelde/Blumberg. Die Einwohner von Ahrensfelde würden schon über 15 Jahre hingehalten, denn so lange dauere schon die Diskussion um eine Ortsumgehung. "Etwas Konkretes ist aber bis heute nicht passiert", sagt Wollermann. Nur der Verkehr hat in den vergangen zehn Jahren weiter zugenommen. Täglich quälen sich bis zu 25 000 Fahrzeuge durch die rund 3 500-Einwohner-Gemeinde.

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