Die Klasse 9.1 vom 8. Gymnasium aus Marzahn hat im Rahmen des Projekts "Zeitung in der Schule", das von der Berliner Zeitung und dem Pharma-Unternehmen Berlin Chemie veranstaltet wird, das Kloster der Karmeliterinnen in Spandau besucht. Hier ihr Bericht:Klöster sind düstere, kalte und von der Außenwelt abgeschirmte alte Gemäuer. Das dachten wir, bevor wir das Kloster der Karmeliterinnen Maria Regina Martyrum und Schwester Beatrice kennenlernten. Modernes Gebäude Der erste Eindruck: ein modernes Gebäude, Mauern, ein festes Tor sowie ein Glockenturm, der einem Wachturm ähnelt. Schwester Beatrice erklärte uns, daß die Kirche 1963 errichtet wurde. Die Kirche und das 1984 gebaute Kloster sind Orte des Gedenkens an die Menschen, die während des Nationalsozialismus in Plötzensee hingerichtet wurden.Das zweistündige Gespräch mit Schwester Beatrice ließ uns schnell unsere Vorurteile vergessen. Sie antwortete uns überlegt und gab auch auf schwierige und oft sehr persönliche Fragen offene, ehrliche und verständliche Antworten.Der Tagesablauf im Kloster ist klar gegliedert. Er beginnt um 6 Uhr mit einem Chorgebet und endet um 21 Uhr mit dem Nachtgebet. Dazwischen liegen gemeinsame Mahlzeiten, Haus- und Gartenarbeit, Freizeit, Gebete und stille Meditation. Das Kloster finanziert sich durch einen Laden mit Büchern, Kunstgewerbe, verzierten Kerzen aus der eigenen Werkstatt sowie durch Spenden. Die Zimmer der Nonnen sind alle gleich eingerichtet und haben einen kleinen Balkon mit Blick aufs Grüne. Wir hätten uns die Zimmer gern angesehen, aber diesen Bereich dürfen Besucher nicht betreten. Unsere Frage, ob die Nonnen aus Lebensenttäuschung ins Kloster gingen, wurde verneint. Basis für das Leben dort ist der Wunsch, in der Gemeinschaft nach Gott zu suchen und nach Gott zu leben. Voraussetzung ist auch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Fünf Jahre dauert es bis zur endgültigen Bindung.Das Leben im Kloster weist Elemente auf, die wir gut kennen: moderne Küchentechnik, Erholungstage, Arztbesuche, Einkäufe, Brieffreundschaften, Besuch von guten Freunden. Das hat mit unseren Vorurteilen nichts gemein. Traum von Jeans Schwester Beatrice bleibt uns in guter Erinnerung als selbstbewußte, kluge und weltoffene Nonne, deren großer Traum "Jeans für die Gartenarbeit" wären und die sich wünscht, "daß Christen immer stärker zusammengehen und zusammenwachsen und sich im gemeinsamen Gebet für den Frieden begegnen". +++
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