Am Ende der Trias haben großflächige Brände weite Teile der Vegetation im heutigen Europa erfasst. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Forschergruppe um Teuntje Hollaar, deren Studie am Dienstag in der Fachzeitschrift Nature Geoscience erschienen ist.
Analysiert wurden Bohrkerne aus Deutschland, Luxemburg, Dänemark und Großbritannien. Die Auswertung von Pollen, Sporen, Holzkohleresten und chemischen Brandmarkern spricht demnach für häufige und weiträumige Bodenfeuer vor rund 201 Millionen Jahren.
Auffällig dunkle Sporen als neuer Hinweis
Ausgangspunkt der Untersuchung war eine ungewöhnliche Verfärbung fossiler Pollen und Sporen in allen vier Bohrkernen. Normalerweise werden solche Mikrofossilien dunkler, je tiefer und damit heißer sie im Untergrund lagerten. In den Kernen aus dem Zeitraum am Ende der ältesten Periode des Erdmittelalters trat die Dunkelfärbung jedoch parallel in vier geologisch sehr unterschiedlichen Sedimentbecken auf. Eine bloße Folge von Druck und Temperatur schließt das Team deshalb aus.
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Für die Auswertung nutzten die Forscher den sogenannten Palynomorph Darkness Index, ein Verfahren zur Messung des Grauwerts von Mikrofossilien unter dem Mikroskop. Rund 15.000 Einzelmessungen an Farnsporen und Koniferenpollen zeigten laut Studie überall dasselbe Muster: helle Farbtöne vor und nach dem Aussterbeereignis, sehr dunkle Werte mittendrin. Erhitzungsversuche an Sporen des heutigen Bärlapps stützen den Befund, dass Bodenfeuer die Verfärbung erklären.
Die Trias ist ein Erdzeitalter, das nach heutigem Kenntnisstand vor rund 252 Millionen Jahren begann. Ihr Ende markiert eines der fünf großen Massenaussterben der Erdgeschichte. Nach den in der Studie genannten Angaben setzte das Vulkangebiet der Zentralatlantischen Magmatischen Provinz damals rund 100.000 Gigatonnen Kohlendioxid frei. Zahlreiche Tier- und Pflanzengruppen an Land und im Meer verschwanden.
Die Zentralatlantische Magmatische Provinz gehörte zu den größten Vulkanregionen der Erdgeschichte und erstreckte sich über Teile des damaligen Superkontinents Pangäa, die heute in Amerika, Afrika und Europa liegen.
Zusammenbruch der Ökosysteme
Nach dem Absterben der Wälder breiteten sich Farne aus, die dichte, trockene Pflanzenteppiche bildeten. Diese wirkten laut Studienmitautor Bas van de Schootbrugge von der Universität Utrecht als idealer Brennstoff für wiederkehrende Feuer, wie die Universitätsmitteilung erläutert. Farne konnten aus ihren unterirdischen Wurzeln rasch nachwachsen und andere Pflanzen verdrängen.
Die Autoren sehen in Hitze, langen Dürren und Starkregen weitere Faktoren, die zum Zusammenbruch der Ökosysteme an Land beigetragen hätten. Frühere Arbeiten, etwa eine Untersuchung von Marynowski und Simoneit aus dem Jahr 2009 in der Fachzeitschrift Palaios, hatten bereits weit verbreitete Brandspuren aus Polen aus derselben Zeitspanne beschrieben.
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