Vor dem AfD-Bundesparteitag am vierten und fünften Juli in Erfurt laufen die Vorbereitungen für Gegenproteste auf Hochtouren. Rund 50.000 Demonstranten werden an dem Wochenende erwartet, am letzten Schultag vor den Sommerferien werden deswegen die Zeugnisse früher ausgegeben.
Im Umfeld der Messe sollen Straßen für fast drei Tage gesperrt werden. Seit Monaten bereitet sich der Verwaltungsstab aus Stadt, Polizei, Stadtwerke, Messegesellschaft und Erfurter Verkehrsbetriebe (Evag) auf das Wochenende vor. Zeitgleich mobilisieren Gewerkschaften, Bündnisse und Parteien gegen den Parteitag.
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Massive Proteste gegen AfD-Parteitag erwartet
Das Aktionsbündnis „Widersetzen“ plant nach eigenen Angaben mit mehr als 15.000 Teilnehmern bei den Protesten in der thüringischen Landeshauptstadt. Geplant seien Demonstrationen, Kundgebungen sowie Sitzblockaden auf den Zufahrtswegen zur Messe Erfurt, wo die AfD ihren Bundesparteitag abhalten will. Ziel des Bündnisses sei es nach eigener Darstellung, einen reibungslosen Ablauf des Parteitags zu verhindern.
In Erfurt gehen Aktivisten seit Wochen von Tür zu Tür. Bis zu 10.000 Gespräche im Stadtgebiet seien angestrebt, teilte das Bündnis mit. Bundesweit bildeten sich Ortsgruppen in mehr als 100 Städten, von denen aus Busse nach Erfurt organisiert würden.
Auch die Gewerkschaft Verdi in Nordrhein-Westfalen ruft zur Teilnahme an den Protesten auf. Für Mitglieder sei die Anreise mit dem Bus kostenfrei, teilte die Gewerkschaft mit. Über den Ticketshop des Bündnisses „Widersetzen“ können Bustickets aus unterschiedlichen deutschen Städten nach Erfurt gebucht werden.
Der frühere thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow ordnete die angekündigten Proteste laut MDR als Teil demokratischer Auseinandersetzung ein. Demonstrationen und Sitzblockaden seien Ausdruck von Zivilgesellschaft, entscheidend bleibe jedoch der Ausschluss von Gewalt. Die Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek teilte die Demo-Aufrufe in den sozialen Medien.
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