Das Deutsche Meeresmuseum hat dringend von einem Lastkahn-Transport des vor der Insel Poel liegenden Buckelwals abgeraten. Das Tier sollte vielmehr größtmögliche Ruhe erhalten und ausschließlich palliativ versorgt werden, teilte die wissenschaftliche Einrichtung mit. „Von weiteren Manipulationen am Wal“ sei abzusehen.
„Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert“, betonten die Wissenschaftler. Die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering und „mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden“. Das Museum verwies auf ähnliche Einschätzungen der International Whaling Commission und der Organisation British Divers Marine Life Rescue. Ein mehrtägiger Transport gehe zudem mit einer hohen Stressbelastung einher. „Insbesondere der Transport in einer Metallbarge wäre aufgrund der hohen Schallreflexion mit einer sehr großen Lärmbelastung innerhalb der Barge verbunden.“
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Forderung nach mehr Schutz für Schweinswale
Das Schicksal des Buckelwals und die Anteilnahme in der Bevölkerung sollten nach Einschätzung des Museums Anlass für weitreichende Schutzmaßnahmen für Schweinswale und andere Meeressäuger in Nord- und Ostsee sein. Die Tiere seien insbesondere durch Beifang und Lärm im Meer bedroht. Sterbe der Buckelwal, müsse er innerhalb weniger Tage wissenschaftlich untersucht werden, um Erkrankungen und Todesursache feststellen zu können. Eine unabhängige, forensische Obduktion sei nach den Manipulationen am Tier erforderlich, das Museum selbst könne diese aber nicht leisten.
Start am Dienstagmorgen geplant
Die von zwei Unternehmern finanzierte Privatinitiative will den geschwächten Meeressäuger mit einem Lastkahn zurück in die Nordsee oder den Atlantik bringen. Beim Transport soll ein breiter, flexibler Gurt zum Einsatz kommen. „Das wird so sein, dass der praktisch unter seiner Brust lang läuft, sich einmal hinten um die Flipper überschlägt, und darüber ziehen wir ihn“, sagte die an der Initiative beteiligte Tierärztin Kirsten Tönnies. Mit dem Gurt soll der Wal beidseitig von mehreren Menschen gezogen werden, um ihn in Richtung Lastkahn schwimmen zu lassen. Gerate das Tier in Panik, könne eine Seite losgelassen werden. Der zwölf Tonnen schwere Wal soll vorwärts durch eine Rinne in die Barge geleitet und dort schwimmend transportiert werden.
Der Rettungsversuch soll nach Angaben des örtlichen DLRG-Einsatzleiters Olliver Bartelt am Dienstag ab etwa 7 Uhr beginnen. Ein genauer Zeitplan lasse sich nicht angeben, sagte Bartelt vor Journalisten auf Poel. Walexperten und Veterinäre müssten zunächst ihr „Go“ geben. „Im Laufe des Vormittags soll der Rettungsversuch starten.“ Tönnies erklärte, der Wal habe „abgebaut“. „Es fängt an, ihm schlechter zu gehen.“ Der Schleppverband mit der Spezialschute traf am Montagnachmittag im Wismarer Hafen ein.
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