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MEHR DATENSOUVERÄNITÄT FÜR DEUTSCHLAND

Warum Anbieter HostPress auf eigene Hardware statt US-Cloudanbieter setzt

OAZ
6 Min
Deutsche Rechenzentren gewinnen immer stärker an Relevanz

Deutsche Rechenzentren gewinnen immer stärker an Relevanz

© HostPress

Cloud Computing und -Hosting mögen heute für viele alternativlos sein. Für den deutschen WordPress-Hosting-Experten HostPress ist das aber nicht gleichbedeutend damit, auf die Riege der US-Cloud-Giganten zu setzen. Er geht lieber einen europäischen Weg.

Cloud Computing: Man nehme die Rechenleistung, Speicherplatz, Software sowie Datenverbindungsraten eines darauf spezialisierten Anbieters, um damit über das Internet seine eigenen digitalen Belange zu erfüllen.

Das ist nicht nur deshalb so beliebt, weil man keine eigene Infrastruktur für hohe Anschaffungs- und Betriebskosten benötigt. Es gestattet es auch, nur das zu buchen (und zu bezahlen), was man aktuell benötigt – während der Cloud-Anbieter dafür Sorge trägt, dass die Technik stets auf dem neuesten Stand bleibt.

Auch das auf WordPress-Hosting spezialisierte Unternehmen HostPress benötigt für seine Dienste derartige Rechenzentren. Doch wo viele andere dafür auf eine Riege großer ausländischer Anbieter setzen, betreibt HostPress all seine Rechenzentren auf deutschem Boden – nicht aus Zufall, sondern mit voller Absicht.

Lieber zuhause: Von einem Unternehmen, das gegen den Strom schwimmt

Marcus Krämer heißt der Mann, der dahintersteht. Mit seiner Einstellung war er bei der Gründung von HostPress Ende 2016 sehr früh dran und darf sich heute, wo das Thema weite Kreise zieht, mit Fug und Recht als Teil einer Avantgarde bezeichnen:

„In unserer Branche gibt es viele WordPress-Hoster, die eigentlich nur dem Namen nach Hoster sind. In Wahrheit sind das Software-Panel-Anbieter, die bloß im Hintergrund die Technik der großen US-Cloud-Anbieter einbinden. Das war damals nichts, was ich mir für mein Unternehmen vorstellen konnte – und heute ist es das noch weniger.“

Infolgedessen machte Marcus Krämer etwas, was damals in Deutschland beim Thema WordPress einzigartig war und bis heute selten ist: Er schaffte eigene Hardware an und verteilte sie in mehreren Datencentern; alle auf deutschem Boden.

WordPress ist heute das weltweit meistgenutzte Content-Management-System – schätzungsweise 40 Prozent aller Websites laufen mit dem quelloffenen Programm als zentrales Grundgerüst. Das ist auch einer von mehreren Gründen, warum HostPress diesen Sonderweg fährt. Marcus Krämer dazu:

„Wenn ich als deutscher oder europäischer Website-Betreiber auf einen der großen US-Anbieter setze, dann liegen zwischen mir und ihm

·         mehrere tausend Kilometer Distanz,

·         mindestens sechs Stunden Zeitunterschied und

·         eine mitunter sehr reale Sprachbarriere – egal wie gut ich Englisch spreche.

Das gilt sogar häufig dann, wenn in der Praxis meine Daten auf einem der europäischen Rechenzentren eines solchen Partners lagern.

Außerdem kann ich mir sicher sein, dass ich bei einem solchen Anbieter nur ein kleiner Kunde unter sehr, sehr vielen anderen – und größeren – bin.

Das alles mag im Alltag vielleicht nicht auffallen oder wenigstens nicht stören. Wenn aber etwas schiefgeht, dann fällt es umso stärker auf. Dann hat man vielleicht ständig wechselnde Ansprechpartner am Telefon oder stolpert über die Zeitverschiebung.

Gerade weil WordPress auch in Europa ein solches Rückgrat für Websiten-Betreiber ist, wollte ich mit HostPress und unserer heimischen Hardware-Philosophie einen Gegenentwurf aufbauen. Zunächst aus ganz rationalem Servicedenken heraus. Aber mittlerweile merke ich immer mehr, wie wichtig meinen Kunden unsere Hardware-Standorte aus anderen Gründen sind.“

„Die großen Drei“ der Cloud-Dominanz und ein bestimmtes Gesetz

Je nachdem, wie groß ein Cloud-Betreiber ist, wird er unterschiedlich bezeichnet. Die größten nennt man Hyperscaler. Die größten Hyperscaler des Planeten wiederum sind:

1.     Amazon Web Services (AWS)

2.     Microsoft Azure

3.     Google Cloud

Sie teilen unter sich ungefähr 60 Prozent des weltweiten Cloud-Kapazität auf. Allein auf AWS entfallen rund 30 Prozent – und alle sind, wie gesagt, US-amerikanische Unternehmen. Marcus Krämer dazu:

„Als ich HostPress gründete, waren US-Anbieter zwar ebenfalls dominant, aber noch längst nicht so dominant wie heute. Damals war das aber kein solches Problem, weil die USA ein vorhersagbarer Partner waren. Bloß hat sich das seitdem geändert.“

Was sich seitdem vor allem änderte, hat einen Namen: Clarifying Lawful Overseas Use of Data Act – kurz CLOUD-Act. Was nach einem gefälligen Akronym klingen mag, verpflichtet seit 2018 US-IT-Dienstleister dazu, US-Behörden auf richterliche Anordnung Zugriff auf ihre Daten zu gewährleisten – auch wenn die Daten nicht in den USA, sondern auf im Ausland stehenden Servern gespeichert sind.

„Für mich als Besitzer einer Website bedeutet das: Wenn ich mit einem „Hoster“ zusammenarbeite, der meine Website und alles, was dazugehört, bei einem der US-Hyperscaler betreibt, können US-Behörden quasi durch richterliche Unterschrift Zugriff auf meine Daten haben, selbst wenn die alle auf einem Server in Aachen lagern, wo der Hyperscaler eines seiner Datencenter betreibt.“

Rein rechtlich haben Nicht-US-Bürger, deren Daten betroffen sind, zwar in solchen Fällen ein Widerspruchsrecht. Bloß hat bislang nur Großbritannien ein dazugehöriges Abkommen mit den USA unterzeichnet.

„Aus US-Sicht macht der CLOUD-Act natürlich Sinn: Bevor das Gesetz verabschiedet wurde, scheiterten mehrmals Ermittlungen, weil Unternehmen sich darauf berufen konnten, dass ein US-Durchsuchungsbeschluss nur innerhalb der US-Grenzen gilt. Bloß hat das, was es den US-Behörden einfacher machte, für Datenbesitzer aus anderen Staaten eben Nachteile. Und da können wir ins Spiel kommen.“

Mit einer Technikkette, deren Glieder allesamt auf deutschem Boden liegen, kann HostPress ohne Übertreibung von sich behaupten, dass für das Unternehmen und seine Kunden ausschließlich deutsches bzw. EU-Recht greifen – das, abgesichert durch die DSGVO, zu den datenschutzrechtlich stärksten Werken der Welt gehört“.

„Wer seine WordPress-Site über HostPress hostet, der hat schlichtweg transparente Verhältnisse. Er weiß genau, dass all seine Daten sich in einer Jurisdiktion befinden. Daher gilt hier nur ein Satz von Spielregeln, alles unterliegt hiesigem Recht – gerade seit Amtsantritt des derzeitigen Präsidenten merken wir verstärkt, wie sehr das neue Kunden anspricht.

Vorbild für eine neue Denkweise

Heute, 2026, ist das Verhältnis zwischen den USA und Europa nicht mehr das, was es einst war. Und auch, wenn die erwähnten Hyperscaler genau wissen, wie wichtig der globale Markt für sie ist, so bleiben es dennoch US-Unternehmen, die US-Gesetzen unterliegen, nach US-Mentalität handeln – und denen im Zweifelsfall die USA näher sein dürften als andere Länder.

„Das hat nichts mit kopfloser US-Kritik zu tun. Es ist bloß eine wirtschaftliche und politische Tatsache: Die USA und Europa gehen in dieser Beziehung unterschiedliche Wege – völlig wertneutral gesprochen. Da die Cloud für Europa aber genau so wichtig ist wie für die USA oder jede andere Region der Welt, ist es meines Erachtens unverzichtbar, dass wir hierzulande mehr Datensouveränität aufbauen.

Das heißt: Mehr Rechenzentren, mehr Server, mehr Hoster mehr Cloud-Anbieter, die komplett in der EU oder sogar in Deutschland sitzen. Cloud Computing ist schlicht eine zu wichtige singuläre Zukunftstechnik, um sie in einem Maß wie bisher ausländischen Betreibern zu überlassen.

Niemand käme auf die Idee, den meisten in Europa verbrauchten Strom in den USA produzieren zu lassen oder unser Trinkwasser weitgehend aus China zu beziehen. Die Cloud ist ganz ähnlich wichtig – und sowas überlässt man nicht einfach anderen Staaten, egal wie gut oder schlecht das Verhältnis zu ihnen ist.“

Weitere Informationen zum Unternehmen:

www.hostpress.de

Telefon: (06881) 999 977 7

E-Mail: [email protected]

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