Thüringen

Regionale Landwirtschaft unter Druck: Ein Ökobauer stellt sich Investoren entgegen

Der Ökobauer Reiko Wöllert setzt auf seiner Burgmühle Haina bei Gotha auf regionale Kooperation statt Gewinnmaximierung. Doch nun kämpft er gegen eine Bedrohung, die seine Existenz gefährden könnte.

Christoph Nußbaumeder
8 Min
Landwirt mit Herzblut: Reiko Wöllert ist passionierter Ökobauer in Thüringen.

Landwirt mit Herzblut: Reiko Wöllert ist passionierter Ökobauer in Thüringen.

© Burgmühle Haina

Ein Donnerstag, Anfang Mai. Der Himmel schüttet sich aus über dem Nessetal. Die Bäume und Sträucher, so scheint es, strecken dankend ihre Blätter in die Höhe. Bis auf die Katze, die missmutig über den Hof tapst, sind die übrigen Bewohner der Burgmühle ebenfalls erfreut über den Wolkenbruch. „Superwetter“, sagt Reiko Wöllert gleich nach der Begrüßung, „das war auch Zeit, ich bin so froh.“ Die Trockenheit der letzten Wochen machte dem Bauern zu schaffen. Denn wenn das Gras nicht nachwächst, haben die Tiere auf der Weide irgendwann nichts mehr zu fressen. „Wir hätten Heu dazukaufen müssen, und das geht bei diesen Fresssäcken schnell ins Geld.“ Er lacht auf, dann begeben wir uns in den geräumigen Hofladen; ein Gebäude aus Stroh, Holz und Lehm. Ein sogenanntes Strohballenhaus, gebaut aus heimischen Materialien. Anders zu bauen, wäre für Wöllert, den passionierten Ökobauern und Verfechter erneuerbarer Energien, auch nicht infrage gekommen.

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