Der Bund wird eine eigene Stiftung für den Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses als Humboldt-Forum gründen. Das ist zunächst einmal eine gute Nachricht. Denn die für den Wiederaufbau der Barockfassaden benötigten Spenden werden nun von einer staatlichen Stelle gesammelt und verwaltet. Dadurch wird beim Umgang mit diesem Geld ein hohes Maß an Transparenz und Solidität gewährleistet. Außerdem bindet diese staatliche Stiftung auch den durchaus verdienstvollen Förderverein Berliner Schloss mit dem umtriebigen Geschäftsführer Wilhelm von Boddien ein. Angesichts dieser neuen Stiftungskonstruktion können sich nun womöglich Menschen, die Boddiens Förderverein bisher skeptisch gegenüberstanden, doch für eine Spende entscheiden. Auf jeden Fall wird eine staatliche Stiftung mehr Möglichkeiten haben, überhaupt die insgesamt benötigte Spendensumme einzuwerben.Die bundeseigene Stiftung wird auch als Bauherrin des Wiederaufbaus agieren. Das ist folgerichtig, zumal der Bund ja auch bei weitem das meiste Geld für das Humboldt-Forum aufbringen wird. Diese Konstellation birgt aber auch ein Risiko. Baut der Staat selbst, geht es häufig darum, immens steigende Baukosten niedrig zu halten. Gerade bei einem solch kostspieligen Projekt. Dies aber könnte bedeuten, dass an dem Prestigebau in Berlins historischer Mitte derart gespart wird, dass am Ende tatsächlich nur, wie eh von Kritikern befürchtet, die Karikatur eines Schlosses entsteht.
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