Die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland (59 Prozent) rechnet in den kommenden Jahren mit einem mehrtägigen Ausfall kritischer Infrastruktur. Besonders das Vertrauen in die Krisenvorsorge von Unternehmen und Institutionen ist gering.
Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV Nord hervor. Den größten Einfluss auf den Alltag hätten nach Einschätzung der Befragten Störungen bei Trink- und Abwasser sowie bei der Energieversorgung.
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Mehr als 80 Prozent rechneten in diesen Bereichen mit äußerst oder sehr starken Beeinträchtigungen. Auch Unterbrechungen der Lebensmittelversorgung (63 Prozent), der digitalen Infrastruktur (57 Prozent) und des Gesundheitswesens (55 Prozent) hätten aus Sicht der Befragten erhebliche Folgen.
Nur 26 Prozent der Befragten gaben an, großes oder sehr großes Vertrauen in die Krisenvorbereitung von Unternehmen und Institutionen der kritischen Infrastruktur zu haben. 73 Prozent äußerten dagegen wenig oder gar kein Vertrauen.
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Zugleich formulierten die Befragten klare Erwartungen: 97 Prozent verlangten eindeutig festgelegte Zuständigkeiten im Krisenfall, 95 Prozent forderten eine transparente und offene Kommunikation im Ernstfall. 96 Prozent sprachen sich dafür aus, dass Sicherheitsstandards über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehen sollten.
Nach Strom-Anschlag in Berlin: Neue Debatte zur Infrastruktur
57 Prozent der Befragten trauten Prüf- und Zertifizierungsorganisationen wie dem TÜV am ehesten zu, die Sicherheit kritischer Infrastrukturen objektiv zu bewerten. Den Unternehmen selbst sprachen dies nur 20 Prozent zu, staatlichen Stellen 13 Prozent. Drei Viertel der Befragten sahen den größten Vorteil unabhängiger Prüfungen darin, Schwachstellen frühzeitig zu erkennen.
Nach einem Anschlag auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten Anfang Januar flammte die Debatte zur kritischen Infrastruktur neu auf. Künftig soll in Berlin verstärkt Videoüberwachung zum Einsatz kommen. Zudem sollen private Sicherheitsdienste an ausgewählten Punkten das Stromnetz schützen.
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