Er ist 18 Meter lang, 2,50 Meter breit und zählt zu den modernsten Fahrzeugen, mit denen die Berliner Verkehrsbetriebe aufwarten können: Wagen 2658 ist einer von 257 Gelenkbussen, die tagtäglich in der Stadt unterwegs sind. "Mein Bus kann einiges aushalten", sagt Busfahrer Frank L. Seit 23 Jahren befördert er in Berlin Fahrgäste. Schlaglöcher sind für ihn ganz normal. "Man muss die Strecke gut kennen, dann passiert auch nichts." Frank L. ist häufig auf der Linie 227 im Einsatz. Zwischen Bahnhof Jungfernheide und Bahnhof Pankow. Alle zehn Minuten verkehrt der 227er im Berufsverkehr. Wer keinen Sitzplatz hat, ist gut beraten, sich an einer Haltestange festzuhalten. Richtig holprig wird es beispielsweise an der Turmstraße und kurz vor der Perleberger Brücke. Dort gibt es derart viele Bodenwellen, dass Frank L. erst gar nicht die erlaubten 50 Stundenkilometer fährt. Äußerlich sind die Straßenhuckel kaum zu sehen, der Belag wirkt glatt. Wer jedoch im Bus sitzt, spürt jede Unebenheit. Doch der Zustand der Straßen im Westteil ist für den Busfahrer nichts gegen die Situation in den Ostbezirken. "Die unangenehmen Stellen finden sich in Pankow", sagt Frank L. Hinter der S-Bahn-Brücke in der Wollankstraße zeigt das Tachometer 35 Stundenkilometer an. Bei Tempo 50 würde es so manchen Fahrgast umwerfen. Von Jahr zu Jahr hat sich das Kopfsteinpflaster immer mehr abgesenkt. Auch die Kreuzung Flora-/Mühlenstraße passiert Frank L. äußerst vorsichtig. Der Asphalt gleicht einem Flickenteppich. Immer wieder wurde an dieser Stelle die Straße aufgerissen. Es ruckelt ordentlich bei der Fahrt. Ganz extrem aber ist es in der Berliner Straße kurz vor der Endhaltestelle, wo Frank L. mit dem unbesetzten Fahrzeug 50 Stundenkilometer fährt. Wäre jetzt noch jemand im Bus, würde es vermutlich Beschwerden nur so hageln. 1 388 Busse hat die BVG im Einsatz. Der Zustand der Straßen ist für die Verkehrsbetriebe zu einem Problem geworden. "Die sensible Niederflurtechnik leidet sehr", sagt Johannes Müller, technischer Leiter vom Omnibusbereich. Durch die Löcher gebe es einen erhöhten Instandsetzungsaufwand. (gäd.)
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