Abwechslung sieht anders aus. Seit 14 Spielzeiten teilen sich der FC Bayern und der VfL Wolfsburg den Meistertitel in der Frauen-Bundesliga untereinander auf. Siebebenmal ging der Titel in diesem Zeitraum nach München, siebenmal in die VW-Stadt. Der bislang letzte Titelträger, der nicht aus einem dieser beiden Städte kam, ist Turbine Potsdam. 2011/2012 konnten sich die Brandenburgerinnen, die inzwischen gegen den drohenden Abstieg in die Regionalliga kämpfen, die Krone aufsetzen. Lange ist's her.
Playoffs für mehr Attraktivität
Um den Wettbewerb sportlich attraktiver zu gestalten, hat sich eine ganze Reihe Verantwortlicher dafür ausgesprochen, Playoffs mit Blick auf die Titelvergabe einzuführen. „Wir tun gut daran, nicht die gleiche Entwicklung im Frauenfußball zuzulassen wie bei den Männern. Dass Bayern und Wolfsburg in den nächsten zehn Jahren in der Champions League spielen – und alle anderen Vereine sind nur Statisten“, hatte etwa Dirk Zingler gesagt.
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Der Präsident des 1. FC Union Berlin, der mit den Frauen 2026/27 seine zweite Saison in der Bundesliga spielt, hatte sich in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Vertretern anderer Vereine ausgetauscht und ausführlich debattiert um letztlich zu der Erkenntnis zu gelangen, dass ein anderes Modell als Alternative zur Wahl stehen muss: „Wir haben die Idee leidenschaftlich diskutiert im Kreise der Vierzehn (die teilnehmenden Vereine in der Bundesliga; Anm. d. Red.) und am Ende haben wir uns zwölf zu zwei dafür entschieden. Dass der FC Bayern München und Wolfsburg dieser Idee nicht so viel abgewinnen können, das verstehen wir.“
Bayern-Trainer José Barcala möchte keine Veränderung des Modus hinsichtlich der Meisterschaftsvergabe.
© IMAGO/HMB Media/Joaquim Ferreira
José Barcala hat sich nun entschieden gegen die Pläne ausgesprochen, Playoffs über die Meisterschaft entscheiden zu lassen. „Ich bin komplett dagegen. Wir haben schon K.-o.-Spiele im Pokal, das ist der Geist des Pokals und der Champions League. Wenn sich am Ende alles in einem einzigen Spiel entscheidet, dann werde ich meine Mannschaft in der Bundesliga auf eine ganz andere Art und Weise trainieren“, erklärte der Trainer des FC Bayern vor dem anstehenden Spiel gegen Eintracht Frankfurt (Sonnabend, 17.55 Uhr).
„Das Argument überzeugt nicht“
Auch Bianca Rech, Frauen-Direktorin bei den Münchnerinnen und Dieter Hecking, Geschäftsführer in Wolfsburg, hatten sich zuletzt klar gegen die zur Diskussion stehenden Playoffs ausgesprochen und dabei als Argument auch die zusätzliche Belastung angeführt. „Es sind vier Spiele mehr. Es gibt Top-Ligen, die jetzt schon mehr Mannschaften haben als wir. Das Argument überzeugt nicht“, hatte Zingler dazu ebenfalls eine konträre Meinung.
Eine endgültige Entscheidung über die Einführung der Playoffs soll am 30. November fallen. In der laufenden Saison wird der Meister noch nach Ablauf aller Hin- und Rückspiele nach 26 Spieltagen gekürt. Mit fünf Siegen aus fünf Spielen sind die Bayern derzeit Erster. Zwei Punkte vor Frankfurt, drei vor Wolfsburg.
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