Dank Donald Trump geht das amerikanische Zeitalter in Westasien schneller zu Ende als erwartet. Der US-Präsident führt Kriege für andere ohne Exit-Strategie, er schließt Vereinbarungen, deren Inhalt er weder kennt noch beachtet. Seine rhetorischen Ausfälle schaden der Glaubwürdigkeit der USA. Mal droht er mit Auslöschung, mal beschwört er Verhandlungen, zwischendurch verkündet er Jahrhundert-Deals und Friedensfahrpläne, die allesamt in sich zusammenfallen. Washingtons Freunde und Feinde in Nahost kommen zu dem Schluss: Auf die USA ist kein Verlass.
Statt auf Regulierung und Sicherheit von außen zu setzen, nehmen Schwergewichte wie Saudi-Arabien, Pakistan, die Türkei, Ägypten und Katar die Neuordnung der Region deshalb selbst in die Hand. Das ist keine Abkehr, sondern eine Emanzipation von Washington. Trumps Wankelmut wird mit Schmeichel-Telefonaten gemanagt, schließlich ist man weiterhin auf Geheimdienstinformationen und Waffensysteme angewiesen. Aber die starke amerikanische Truppenpräsenz am Golf steht nach den iranischen Angriffen der letzten Monate infrage. Für die Golfstaaten erwiesen sich die US-Basen nicht als Schutz, sondern als Risiko. Das Pentagon erwägt eine Reduzierung und Verlegung. Kein Abzug, aber Teilrückzug.
USA
Mekka-Abkommen startet neue Sicherheitsarchitektur: Der Nahe Osten im postamerikanischen Zeitalter
Die USA sind in Nahost ein Unsicherheitsfaktor geworden. Die Region reagiert mit einer eigenen Sicherheitsarchitektur. Lassen sich Israel und Iran integrieren? Eine Kolumne.
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Der türkische Präsident Erdogan (l.), Saudi-Arabiens Kronprinz Salman (M.) und der pakistanische Premier Sharif unterzeichneten den Pakt in Mekka.
© -/Saudi Press Agency/AP/dpa
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