Zum Festakt für 65 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen hat die Bundesregierung ins Konferenzzentrum KOM 27 an der Berliner Mauerstraße geladen. Es ist ein Abend, an dem jedes Wort gewogen wird.
Die Deutsch-Türkische Musikakademie spielt mit Chor orientalische und abendländische Musik. Auf großen Bildschirmen laufen Fotos von Gastarbeitern aus dem Kölner Dokumentationszentrum Domid, und alles wartet auf den Kanzler.
Worum es Friedrich Merz (CDU) geht, stand vorab auf seiner Website. Mit seiner Teilnahme würdige er die vielen Menschen, „die aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind und mit ihrer Arbeitskraft dazu beigetragen haben, dass Deutschland ein wirtschaftlich erfolgreiches und wohlhabendes Land wurde“.
Ein unverfänglicher Satz, der an diesem Jahrestag keine Selbstverständlichkeit ist. Seit Jahren entbrennt an diesem Datum dieselbe Debatte. Haben die sogenannten Gastarbeiter das Wirtschaftswunder getragen, es erst ermöglicht oder waren sie schlicht ein Teil davon?
Kommentar
Merz feiert türkische Gastarbeiter: Die Wirtschaftswunder-Legende stimmt aber nur halb
Ihre Lebensleistung verdient jede Anerkennung. Doch als die ersten Türken 1961 nach Deutschland kamen, lief der Aufschwung längst, und Bonn verfolgte oftmals eher außenpolitische Ziele.
7 Min
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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) spricht bei einer Festveranstaltung zum 65. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens.
© Michael Kappeler
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