Politische Prioritäten

Merz gratuliert Söder zum Geburtstag – und schweigt weiterhin zu Blackout in Berlin

Kanzler findet warme Worte für Koalitionär. Kein Wort zu Berlin-Blackout und kalten Wohnungen. Bei Usern kam das nicht gut an.

3 Min

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat CSU-Chef Markus Söder am Sonntag öffentlich zum Geburtstag gratuliert. „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, lieber Markus Söder. Du gibst Bayern eine klare Richtung und eine starke Stimme“, schrieb der Christdemokrat auf der Plattform X.

Die enge Partnerschaft zwischen CDU und CSU sei „wichtig – für Stabilität, Verlässlichkeit und eine gute Zukunft Deutschlands“, betonte der Unionskanzlerkandidat. Er dankte Söder für die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Schwesterparteien. Der Beitrag wurde am Montagnachmittag um 13:28 Uhr veröffentlicht und erreichte innerhalb weniger Stunden über 54.000 Aufrufe.

Heftige Reaktionen auf X

Die Geburtstagsgrüße lösten allerdings heftige Reaktionen in den Kommentaren aus. Zahlreiche Nutzer kritisierten, dass sich Merz drei Tage nach einem mutmaßlichen Anschlag in Berlin noch nicht dazu geäußert habe.

„Vor lauter Geburtstagsgrüßen keine Zeit, dass der Kanzler sich nach drei Tagen mal zum Anschlag in Berlin äußert?“, kommentierte der Nutzer Gr@ntlɘr. Ein Account namens Heimatgefühl schrieb: „Wie wäre es mal mit einem Statement zu Berlin? UNFASSBAR.“

„Wichtiger als die Not der Menschen“

David Berger kritisierte: „Der Geburtstag Ihres Amigos scheint Ihnen wichtiger als die Not der Menschen in Berlin. Aber vermutlich wäre auch jedes Wort von Ihnen dazu nur schlicht scheinheilig (oder gar verlogen).“

Mehrere Kommentatoren warfen Merz vor, seine Prioritäten falsch zu setzen. „Warum finden sie keine Worte zu dem Stromausfall in Berlin, (…) wie schäbig kann man als 2te Wahl Kanzler nur sein“, schrieb Nutzer Saško T.

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Erst mal gratulieren

Die Nutzerin Gretainlove2020 kommentierte: „Zum Geburtstag gratulieren aber noch kein Wort zu Berlin und dem Terroranschlag! 45.000 Haushalte wurden von einer Linksextremen Terrorgruppe angegriffen und kein Wort vom Kanzler 2.Wahl! Wie immer halt.“

„Berlin, Terroranschlag, schon mal gehört? Schämen Sie sich in Grund und Boden“, schrieb Geli Brunner. Sonja merkte sarkastisch an: „Klar können Sie sich nicht um Berlin kümmern, bis allein allen heutigen Geburtstagskindern gratuliert ist.“

Beim Anschlag auf die Kabelbrücke am Teltowkanal nahe dem Kraftwerk Lichterfelde fielen am 3. Januar 2026 zunächst rund 45.000 Haushalte und etwa 2.200 Gewerbekunden im Südwesten Berlins aus. Tage später waren noch etwa 27.800 bis 30.000 Haushalte ohne Strom, vor allem in Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee.

Die Behörden werten den Brand als gezielten, politisch motivierten Sabotageakt gegen die Stromversorgung.

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