Ukraine-Krieg

Nach Gespräch mit Merz: Selenskyj kündigt neue deutsche Luftabwehrpakete an

Deutschland will die Luftverteidigung der Ukraine noch im September verstärken. Parallel bringen Berlin und Kiew ein Abkommen über Drohnen, Raketen und Software zum Abschluss.

3 Min
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und Bundeskanzler Friedrich Merz bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026.

© Michaela Stache/dpa

Deutschland will der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj noch im September neue Pakete zur Luftverteidigung bereitstellen. Das teilte Selenskyj am Mittwoch nach einem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf der Onlineplattform X mit.

„Noch in diesem Monat wird es neue Luftverteidigungspakete aus Deutschland geben“, schrieb Selenskyj. Er dankte Merz für die „beständige Unterstützung“ Deutschlands und dessen Führungsrolle beim Schutz der ukrainischen Bevölkerung.

Welche Waffen, Abfangraketen oder anderen Bestandteile die Pakete enthalten sollen, führte Selenskyj nicht aus. Auch zum Umfang und zum genauen Zeitpunkt der Unterstützung machte er keine Angaben. Von deutscher Seite lagen zunächst keine näheren Informationen zur Zusammensetzung der Pakete vor.

Merz und Selenskyj sprechen über „Drone Deal“

Deutschland und die Ukraine stehen Selenskyj zufolge zudem kurz vor dem Abschluss einer umfassenden Vereinbarung zur Zusammenarbeit bei Drohnen. Die Teams beider Länder finalisierten bereits den Text des sogenannten „Drone Deal“, erklärte der Präsident.

Er und Merz hätten über die Inhalte und darüber gesprochen, wann das Abkommen unterzeichnet werden könne. Die Vereinbarung werde Deutschland und der Ukraine zusätzliche Verteidigungsfähigkeiten verschaffen.

Nach Angaben von Reuters dürfte sie die gemeinsame Entwicklung verschiedener Drohnentypen, von Raketen und der dazugehörigen Software umfassen. Das Abkommen soll ukrainische Erfahrungen aus dem Drohnenkrieg mit den industriellen und finanziellen Möglichkeiten deutscher Unternehmen verbinden.

Selenskyj und Merz vereinbarten außerdem ein persönliches Treffen. Wann und wo dieses stattfinden soll, teilte der ukrainische Präsident nicht mit.

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Deutschland finanziert Zehntausende Drohnen

Die geplante Vereinbarung knüpft an mehrere laufende deutsch-ukrainische Projekte an. Dazu gehört laut Reuters ein mehrere Millionen Euro schweres Programm zur Lieferung von rund 15.000 Strila-Abfangdrohnen an die Ukraine. Die Fluggeräte sollen vor allem russische Angriffsdrohnen vom Typ Shahed bekämpfen.

Das deutsche Unternehmen Quantum Systems und der ukrainische Hersteller WIY Drones gründeten im April das Gemeinschaftsunternehmen Quantum WIY Industries. Es soll die Produktion von Abfangdrohnen und weiterer Technik für die Luftverteidigung ausbauen.

Deutschland finanziert außerdem eine Bestellung von 50.000 Shrike-Angriffsdrohnen des ukrainischen Herstellers SkyFall. Reuters zufolge handelt es sich um eine der größten bekannten Drohnenbestellungen eines westlichen Staates für die Ukraine. Ob Teile dieser Programme zu den nun angekündigten Luftverteidigungspaketen gehören, ist nicht bekannt.

Leipzig-Drohne: Selenskyj bietet Merz Hilfe an

Bei dem Gespräch ging es auch um die Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle. Selenskyj bezeichnete den Vorfall als „russischen Angriff“ und „weitere russische Eskalation“. Die Bundesregierung macht Russland für den misslungenen Anschlag verantwortlich, Moskau weist die Anschuldigungen zurück.

Merz habe ihn über die von Deutschland ergriffenen Maßnahmen informiert, erklärte Selenskyj. Die Ukraine sei bereit, Deutschland mit Expertise, praktischen Erfahrungen oder auf anderen benötigten Gebieten zu unterstützen.

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