Regierungskrise

In Sippenhaft für den Machterhalt: Warum ganz Deutschland für den Zerfall der CDU zahlt

4,9 Prozent in MV: Die CDU rutscht als Volkspartei seit Merkel langsam dem Abgrund entgegen. Mit Merz droht nun der Sprung von der Klippe. Rückschau und Ausblick.

13 Min
Bundeskanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz: Nach all den erlittenen Demütigungen ist das Kanzleramt sein Therapeutikum.

Bundeskanzler und CDU-Parteichef Friedrich Merz: Nach all den erlittenen Demütigungen ist das Kanzleramt sein Therapeutikum.

© Florian Gaertner

Ein Kanzler, der an der Macht klebt, kann unangenehm werden. Konrad Adenauer glaubte zum Ende seiner Kanzlerschaft hin, die CDU wäre nicht nur seine Partei, sondern sein Eigentum. Als er mit 87 Jahren nach 14-jähriger Kanzlerschaft 1963 abtrat, pfuschte der Politrentner seinem Nachfolger Ludwig Erhard weiter ins Handwerk, redete ihn öffentlich schlecht und kritisierte seine Führungsqualitäten. Adenauer blieb bis kurz vor seinem Tod Parteivorsitzender und konnte das Scheitern Erhards 1966 wohlwollend miterleben.

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