Superstar Lionel Messi sorgt bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht nur sportlich für Schlagzeilen. Nach einer spektakulären Leistung beim 3:0 Argentiniens gegen Algerien verbreitete ein argentinischer Streaming-Sender die Falschmeldung, sein Vater Jorge Messi sei gestorben. Die Nachricht stellte sich kurze Zeit später als falsch heraus und hatte personelle Konsequenzen.
In der Sendung „El Show del Verano“ beim Streaminganbieter Luzu TV hatte Moderatorin Florencia Peña am Donnerstag live erklärt, Jorge Messi sei verstorben. Kurz darauf widersprach die Familie des Fußballstars der Darstellung in einer offiziellen Erklärung.
„Die Familie Messi teilt mit, dass Jorge gesundheitliche Probleme hat. Derzeit steht er unter ärztlicher Beobachtung, erholt sich und zeigt angesichts seines Gesundheitszustands einen positiven Verlauf“, hieß es in der Mitteilung.
Familie reagiert scharf auf Spekulationen
Die Angehörigen des Weltmeisters äußerten sich ungewöhnlich deutlich zu den Berichten. In einer Erklärung zeigte sich die Familie „tief bestürzt über den Mangel an Sensibilität, Respekt und Anstand“, mit dem eine private Familienangelegenheit behandelt worden sei.
Zugleich bat sie darum, den Gesundheitszustand des 68-Jährigen nicht zum Gegenstand von Spekulationen zu machen. Jorge Messi gilt seit Jahrzehnten als engster Berater seines Sohnes und als eine der wichtigsten Vertrauenspersonen des achtmaligen Weltfußballers.
Nach Todesmeldung: Luzu TV trennt sich von Mitarbeitern
Luzu TV reagierte nach Bekanntwerden des Fehlers mit drastischen Maßnahmen. Der Sender teilte mit, die Verbreitung sensibler Informationen ohne ausreichende Überprüfung sei „inakzeptabel“. Nach Angaben des Unternehmens wurden mehrere an der Ausstrahlung beteiligte Mitarbeiter entlassen. Auch Moderatorin Peña verließ den Sender. „Wir bekräftigen unser Bekenntnis zu einer verantwortungsvollen, respektvollen und gewissenhaften Berichterstattung“, erklärte Luzu TV.
Peña selbst entschuldigte sich anschließend öffentlich. Auf Instagram schrieb sie, ihr sei die Information vom Produktionsteam übermittelt worden. Sie sei davon ausgegangen, dass die Angaben zuvor überprüft worden seien. „Ich entschuldige mich bei der Familie Messi für die schwere Zeit, die sie durchmacht“, schrieb die Moderatorin. „Es tut mir unendlich leid, dass ich zu diesem Leid beigetragen habe.“
Messis Tränen sorgten für Spekulationen
Auslöser der Gerüchte waren Szenen nach dem WM-Auftakt Argentiniens gegen Algerien. Messi hatte beim 3:0 alle drei Treffer erzielt und war nach seinem ersten Tor in Tränen ausgebrochen. Nach der Partie erklärte der Stürmer von Inter Miami, seine Emotionen hätten nichts mit dem Fußball zu tun gehabt. „Es hatte nichts mit dem Sport zu tun. Ich habe einige schwierige und komplizierte Tage durchgemacht“, sagte Messi nach Angaben der Nachrichtenagenturen SID und AFP.
Den Hintergrund erläuterte er nicht näher. In Argentinien lösten seine Worte jedoch zahlreiche Spekulationen über den Gesundheitszustand seines Vaters aus.
Jorge Messi, Vater des argentinischen Fußballstars Lionel Messi, verfolgt das Spiel von Inter Miami gegen Peñarol aus Argentinien, bei dem sein Enkelsohn Thiago mitspielt.
© Emma Garcia/dpa
Unterstützung für Messi
Die Sorge um Jorge Messi überschattet damit bislang den sportlich gelungenen Start des Titelverteidigers in die Weltmeisterschaft. Nach Angaben der Familie befindet sich der 68-Jährige weiterhin unter medizinischer Betreuung, sein Zustand habe sich jedoch verbessert. Messi selbst bedankte sich nach dem Spiel bei seinen Teamkollegen für deren Unterstützung. Die Mannschaft habe ihm in den vergangenen Tagen viel Kraft gegeben, sagte der Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft.
Trotz der privaten Belastung schrieb der 38-Jährige gegen Algerien erneut WM-Geschichte: Mit seinem Dreierpack stellte er den Rekord des deutschen Stürmers Miroslav Klose von 16 WM-Toren ein.
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