Berlin/Rom. po Das DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) hatte auch im Vatikan einen Informanten: Nach Informationen der Berliner Zeitung hat ein hoher kirchlicher Würdenträger Berichte über Gespräche von Papst Paul VI. mit Staatsoberhäuptern nach Moskau und Warschau gemeldet. Über diese Informationen wurde dann auch das MfS in Kenntnis gesetzt.Der Informant muß in unmittelbarer Nähe des Papstes tätig gewesen sein, da er über Details von Gesprächen mit Willy Brandt sowie mehreren westlichen Außenministern berichten konnte. Bislang wurden in der Gauck-Behörde rund 260 Seiten Material zu dem Spionage-Fall entdeckt. unter anderem geht es um ein Protokoll über eine Privataudienz des damaligen deutschen Bundeskanzlers Brandt bei Papst Paul VI. im Sommer 1970, in der er mit dem katholischen Oberhaupt die Ostpolitik der Bundesrepublik erörterte.Gegenwärtig befinden sich die Akten aus der Gauck-Behörde bei einer Expertenkommission der katholischen Kirche, die um die Aufarbeitung der katholischen Kontakte zu Behörden der DDR bemüht ist. Mit einer Veröffentlichung der Dokumente soll dem Vernehmen nach auf die Rückkehr des Papstes Johannes Paul II. von seiner Frankreich-Visite gewartet werden. +++
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