Konflikte

Militärschiff in Taiwanstraße: China wirft Japan vor, „bewusst Ärger zu provozieren“

Ein Schiff des japanischen Militärs soll durch die Taiwanstraße gefahren sein. China spricht von einem „gefährlichen“ Vorgang.

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Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun

© Kyodo News/imago

Die Spannungen zwischen China und Japan haben sich erneut verschärft. Ein Schiff der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte (SDF) ist nach chinesischen Angaben am Freitag in die Taiwanstraße gefahren, wogegen China protestierte.

„Dies entlarvt einmal mehr den gefährlichen Versuch bestimmter Personen in Japan, militärisch in die Taiwanstraße einzugreifen und Frieden und Stabilität über die Straße hinweg zu untergraben“, sagte Chinas Außenministeriumssprecher Guo Jiakun laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag.

China: Status von Taiwan „rote Linie“ für Peking

Guo Jiakun warf Japan vor, durch die Entsendung des Schiffes „militärische Stärke demonstrieren und bewusst Ärger provozieren“ zu wollen. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News berichtete unter Berufung auf Quellen, dass am Freitag tatsächlich ein Schiff der japanischen Marine durch die Taiwanstraße gefahren sei.

Die Durchfahrt wäre laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News die erste derartige Passage eines japanischen Schiffes, seit Premierministerin Sanae Takaichi im Oktober 2025 ihr Amt antrat. Die japanische Zeitung Asahi berichtete laut Bloomberg, dass SDF-Schiffe erstmals 2024 die Taiwanstraße passiert hatten, gefolgt von zwei weiteren Durchfahrten im Jahr 2025.

Die Taiwanstraße trennt den Inselstaat vom chinesischen Festland. China erhebt Ansprüche auf Taiwan, die Taipeh jedoch ablehnt. Guo Jiakun erklärte laut Kyodo News, der Status Taiwans sei für Peking eine „rote Linie, die nicht überschritten werden darf“. Eine japanische Reaktion auf die Aussagen lag zunächst nicht vor.

Angespannte Beziehung zwischen China und Japan

Ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Zhang Xiaogang, erklärte laut Reuters am Freitag, dass Chinas eigene Militäraktivitäten rund um Taiwan „vollkommen gerechtfertigt und angemessen“ seien. Mögliche Spannungen seien die Schuld der Regierung in Taipeh, die chinesische Aktivitäten „verzerre“.

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Die Beziehung zwischen China und Japan ist besonders angespannt, seit Japans Premierministerin Sanae Takaichi im vergangenen Jahr eine militärische Reaktion nicht ausgeschlossen hatte, sollte China versuchen, Taiwan mit Gewalt zu erobern.

Zudem wurde im vergangenen Monat ein Offizier der japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte festgenommen, nachdem er das Gelände der chinesischen Botschaft in Tokio betreten hatte. Die Botschaft erklärte zudem, Bombendrohungen erhalten zu haben, wie Bloomberg berichtet.

Chinas Botschafter in Japan, Shi Yong, sagte laut AP, die Botschaft habe Anfang März einen Brief von einer Gruppe erhalten, die nach eigenen Angaben aus ehemaligen Polizei- und Militärangehörigen bestehe. In dem Brief habe die Gruppe mit Angriffen auf Chinas diplomatische Vertretungen in Japan und der „Auslöschung aller Chinesen“ im Land gedroht.

Die Botschaft kritisierte, dass die japanische Polizei die Angelegenheit nicht ernst nehme. Das japanische Außenministerium lehnte eine Stellungnahme laut AP ab. Auch ein Sprecher der Tokioter Polizeibehörde lehnte eine Stellungnahme zu Berichten über Bombendrohungen gegen die chinesische Botschaft ab, wie Bloomberg berichtete.

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