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Moschee im blauen Meer: In diesem Wahllokal holte die AfD ein Rekordergebnis

Die Khadija-Moschee in Pankow-Heinersdorf lud die Anwohner zum Wählen ein. Das Ergebnis macht den Imam nachdenklich.

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Auf dem Gelände des Khadija-Moschee gab es schon zum zweiten Mal ein Wahllokal.

Auf dem Gelände des Khadija-Moschee gab es schon zum zweiten Mal ein Wahllokal.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Der Imam ist irritiert. Seine Moschee liegt mitten in einer AfD-Hochburg. Die Nachbarschaftsarbeit der Gemeinde scheint wenig gebracht zu haben.

Dabei sorgte die Khadija-Moschee in Pankow-Heinersdorf sogar international für Schlagzeilen. Die Deutsche Presse-Agentur hatte sich für den Wahlsonntag dort angesagt, auch Reuters und sogar Al Jazeera. Imam Scharjil Khalid wirkte stolz, als er seinen Gemeinderaum präsentierte, in dem sonst Koranunterricht und Sitzungen stattfinden und der nun zum Wahllokal 504 umfunktioniert war: Das Bild von der Kaaba in Mekka war von der Wand abgenommen, stattdessen prangten dort an diesem hohen Feiertag der Demokratie die EU-, die Deutschland- und die Berlin-Fahne.

Eine Vorzeige-Moschee sozusagen. Und die Wähler kamen zahlreich. Vielen schien es egal zu sein, dass das Nebengebäude der Khadija-Moschee nach der Bundestagswahl 2025 nun schon zum zweiten Mal Wahllokal war. Andere äußerten ihren Unmut darüber, in einer Moschee wählen zu müssen. Dabei gibt es Wahllokale auch in kirchlichen Gemeinderäumen.

Dieses Ergebnis holte die AfD im Wahllokal 504 in Pankow-Heinersdorf.

Dieses Ergebnis holte die AfD im Wahllokal 504 in Pankow-Heinersdorf.

© Landeswahlleiter

Die Khadija-Moschee an der Tiniusstraße liegt inmitten eines Gebiets mit Einfamilienhäusern und Gewerbebetrieben. Sie gilt als erste Moschee, die auf dem Gebiet der ehemaligen DDR gebaut wurde. Entsprechend groß war vor 20 Jahren die Empörung unter vielen Anwohnern, zumal damals in der Gegend kaum ein Muslim wohnte. Bei den zahlreichen Demonstrationen gegen den geplanten Neubau war von islamischer Landnahme die Rede.

Mit dem Kuppelbau und dem Minarett abgefunden

Mit den Jahren beruhigte sich die Lage. Viele Anwohner haben sich mit dem Kuppelbau und dem Minarett abgefunden, zum Tag der offenen Tür kommen viele Leute. Die Moschee scheint nicht mehr als Fremdkörper empfunden zu werden. Imam Scharjil Khalid sagt: Er verstehe sich als Brückenbauer.

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Am Montag dann veröffentlichte der Landeswahlleiter das Ergebnis – und damit auch, wie die Menschen gewählt haben, die in seinen Gemeinderaum gekommen waren: Bei den Zweitstimmen hat sich das AfD-Ergebnis im Vergleich zu den Abgeordnetenhauswahlen 2023 mehr als verdoppelt: von 14,3 auf 34,4 Prozent. In benachbarten Wahlbezirken kam die Partei auf 30,5 beziehungsweise 25,4 Prozent.

Es wäre zu einfach, aus einer Wahlentscheidung automatisch auf die Haltung eines Menschen gegenüber Muslimen zu schließen, meint der Imam. Menschen würden Parteien aus ganz unterschiedlichen Gründen wählen. „Für uns kann die Antwort darauf deshalb nur sein, jetzt noch stärker auf unsere Nachbarn zuzugehen. Wir haben immer wieder zum Kennenlernen und zum Gespräch eingeladen, und diese Einladung gilt heute vielleicht mehr denn je.“

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