Im Vorgriff auf eine mögliche internationale Mission in der Straße von Hormus hat die Deutsche Marine ein Minenjagdboot in Richtung Mittelmeer entsandt. Aus der Opposition kommt Kritik an der Vorausstationierung.
Das Minenjagdboot „Fulda“ hat am Montagnachmittag den Marinestützpunkt Kiel-Wik in Richtung Mittelmeer verlassen. Das Schiff mit einer Besatzung von bis zu 45 Soldatinnen und Soldaten wird nach Angaben der Marine etwa zwei Wochen unterwegs sein und zunächst in einen Nato-Minenabwehrverband eingegliedert.
Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, die „Fulda“ breche bereits jetzt auf, um „im Falle eines Falles, wenn die auch durch den Bundeskanzler genannten Rahmenbedingungen erfüllt sind, dann an so einem Einsatz teilnehmen zu können und dann schon in räumlicher Nähe zu sein“.
US-Zentralkommando: Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge passieren Straße von Hormus
Vor Straße von Hormus: USA dementieren iranischen Bericht über Treffer auf Kriegsschiff
Marine spricht von wachsenden Anforderungen
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte eine deutsche Beteiligung an einer internationalen Mission zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus angeboten. Voraussetzungen seien ein Ende der Kampfhandlungen, ein Mandat des Bundestages sowie eine völkerrechtliche Grundlage, etwa eine UN-Resolution. Unter Führung Frankreichs und Großbritanniens bereitet ein internationales Bündnis den möglichen Einsatz vor.
Der Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Axel Deertz, sagte, der Einsatz zeige, „mit welcher Wucht globale Sicherheitsfragen in unseren Alltag eindringen“. Die Marine reagiere bedrohungsangepasst „mit der kleinsten Flotte aller Zeiten, die wir gerade komplett neu und umbauen“. (mit dpa, AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]