HAMBURG. Die umstrittenen zusätzlichen Tornado-Einsätze während des G8-Gipfels in Heiligendamm sind offenbar völlig eigenmächtig von der Einsatzleitung der Rostocker Polizei angeordnet worden. Selbst der Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, Lorenz Caffier (CDU), habe nach eigenen Angaben nichts von den zusätzlichen Flügen gewusst, berichtete die Bild am Sonntag.Das Blatt beruft sich dabei auf das Schweriner Innenministerium. In einer schriftlichen Stellungnahme des Ministeriums heißt es demnach: "Grundsätzlich war der beauftragte Polizeiführer für alle polizeilichen und einsatztaktischen Maßnahmen im Einsatz verantwortlich." Das Innenministerium sei "über die zusätzlichen notwendigen Aufklärungsmissionen sowie über die Aufklärungsräume und Strecken vorab nicht informiert" gewesen.Kritik von der SPDZuvor hatte bereits das Bundesverteidigungsministerium mitgeteilt, dass Minister Franz Josef Jung (CDU) die fünf zusätzlichen Missionen des Tornado-Geschwaders nicht genehmigt habe. Im Bundestag löste der Fall laut BamS neue Empörung aus. "Die Vorgänge sind bedenklich. Weder Jung noch Caffier geben hier ein gutes Bild ab", sagte demnach der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz. Der Grünen-Abgeordnete Alexander Bonde kritisierte: "Unglaublich, dass so etwas jenseits aller Befehlsstränge passieren kann. Beide Minister haben versagt, weil sie ihren Laden nicht im Griff haben." Die Tornado-Einsätze waren auf heftige Kritik gestoßen. (AFP)
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