Minus elf Prozent im März

Steuereinnahmen deutlich hinter den Erwartungen

Timot Szent-Ivanyi
2 Min

BERLIN, 19. April. Die Konjunkturdelle zum Jahreswechsel 2001/2002 hinterlässt nun auch bei den Steuereinnahmen deutliche Spuren. Bund und Länder nahmen im März fast elf Prozent weniger als im Vorjahresmonat ein. Im ersten Quartal ergibt sich daraus ein Minus von fast sechs Prozent. Wie kritisch diese Entwicklung ist, zeigt sich durch einen Vergleich mit der letzten Steuerschätzung: So war im vergangenen November für das Gesamtjahr 2002 eine Zunahme der Steuereinnahmen um fast fünf Prozent vorausgesagt worden. Allerdings war für diese Prognose noch von einem deutschen Wirtschaftswachstum von 1,25 Prozent ausgegangen worden. Derzeit wird nur noch mit 0,75 Prozent gerechnet. Ministerium bleibt gelassen Den stärksten Einbruch verzeichnete das Bundesfinanzministerium bei der von den Kapitalgesellschaften gezahlten Körperschaftsteuer. Sie fiel im März gegenüber dem Vorjahresmonat um 37,5 Prozent. Das ist nach Einschätzung des Ministeriums die Folge der schlechteren Gewinnsituation der Unternehmen. Auch das Aufkommen aus der Lohn- und der Umsatzsteuer ging zurück. Einen kräftigen Zuwachs gab es lediglich bei der Mineralölsteuer. Hier nahm der Bund rund 13 Prozent mehr ein. Das Bundesfinanzministerium schätzt die Lage trotz der Mindereinnahmen nicht als dramatisch ein. Es gebe "keine Bedenken für den Verlauf des Haushalts 2002", sagte die Sprecherin von Finanzminister Hans Eichel (SPD), Maria Heider. Tatsächlich können aus dem ersten Quartal nur bedingt Rückschlüsse auf die Entwicklung im Gesamtjahr gezogen werden. So wird allgemein mit einem Anziehen der Konjunktur zur Jahresmitte gerechnet, was sich positiv auf die Einnahmen auswirken wird. (tms.)

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