Uwe Tellkamp sitzt in seiner Dresdner Wohnung und erzählt eine Szene, die es in sich hat: Er war eingeladen zur Hauptkonferenz der Sächsischen Zeitung – jenem täglichen Redaktionstreffen, bei dem über die Ausrichtung der Berichterstattung entschieden wird. Was er dort erlebte, bestätigte einen Verdacht, den viele Leser seit Jahren hegen: Die Zeitungen in Dresden nennen sich offen und überparteilich, doch sobald jemand eine abweichende Perspektive einbringt, stößt er auf eine unsichtbare Mauer. Als Tellkamp vortrug, was er von AfD oder Pegida hält, hieß es nur: „Das können Sie nicht so sehen." Die Blattlinie, die offiziell gar nicht existiere, sei plötzlich mit Händen zu greifen gewesen.
Es ist eine kurze Szene, beiläufig erzählt – und doch trifft sie einen Nerv. Denn sie wirft eine Frage auf, die weit über Dresden hinausreicht: Wie offen ist der Diskurs in Deutschland wirklich? Wer bestimmt, was sagbar ist und was nicht? Und was passiert mit denen, die sich trotzdem nicht den Mund verbieten lassen?
Im Interview spricht Tellkamp über weit mehr als nur Medienkritik. Er erklärt, warum ihn die Bundesrepublik nach 2015 an die DDR erinnert, was ihm Goethe-Verse bei der NVA bedeuteten, warum er die deutsche Klimapolitik für den „Tulpenwahn unserer Zeit" hält – und welchen persönlichen Preis er dafür zahlt, dass er sagt, was er denkt. Hier das Gespräch in voller Länge lesen.
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