Kohlenstoff-Zertifikate

Mit deutscher Unterstützung: Kenia will Vorreiter bei Emissionshandel werden

Kenia startet mit Unterstützung einer deutschen Entwicklungsorganisation ein nationales Kohlenstoffregister. Das Land erhofft sich davon internationale Investitionen.

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Fußgänger laufen durch den Karura-Wald in Nairobi, Kenia

Fußgänger laufen durch den Karura-Wald in Nairobi, Kenia

© Xie Jianfei/Xinhua/imago

Kenia hat ein nationales Kohlenstoffregister ins Leben gerufen. Damit will sich das afrikanische Land einem AP-Bericht zufolge als globales Zentrum für Kohlenstoffzertifikate positionieren. Das vom kenianischen Umweltministerium kürzlich vorgestellte Register soll auch zur Überprüfung von Emissionsreduktionen und zur Vermeidung von Doppelzählungen eingesetzt werden.

Kenia hofft demnach, ausländische Investitionen anzuziehen. Afrika erhält dem Bericht zufolge nur einen geringen Anteil der Investitionen im globalen Kohlenstoffmarkt. Entwicklungsländer streben jedoch vor dem Hintergrund des Pariser Klimaabkommens einen größeren Anteil am Emissionshandel an.

Deutschland unterstützt Kenias Kohlenstoffregister

Klimaschädliche Emissionen können auf dem Kohlenstoffmarkt von Staaten und Unternehmen durch den Kauf von Zertifikaten kompensiert werden. Diese stammen aus Projekten, die Emissionen reduzieren sollen, etwa durch den Ausbau erneuerbarer Energie. Kritiker warnen laut AP jedoch seit langem über mangelnde Aufsicht, die das Vertrauen in die Programme untergraben hätten.

Das Register in Kenia soll nun durch genaue Erfassung das Problem der sogenannten Doppelzählung beheben, bei der dieselbe Emissionsminderung mehrfach angerechnet wird. „Kenia ist bereit, mit Transparenz, Integrität und starker Regierungsführung an den globalen Kohlenstoffmärkten teilzunehmen“, sagte Deborah Mlongo, Kabinettssekretärin für Umwelt, Klimawandel und Forstwirtschaft, laut AP.

Deutschland unterstützte die Entwicklung des Registers dem Bericht zufolge über die Entwicklungsagentur Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit finanzieller und technischer Hilfe. Zudem wurden 2,4 Millionen Euro bereitgestellt, um Kenia beim Eintritt in den Kohlenstoffmarkt zu fördern, hieß es.

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Klimaschutzprojekte sollen von dem Register standardisiert erfasst werden, teilte die GIZ mit. Auf der Basis der Erfahrungen aus Kenia soll außerdem ein KI-Modell entwickelt werden, das laut GIZ „innerhalb von Minuten maßgeschneiderte nationale Kohlenstoffregister“ erstellen können soll. Geplant ist, das Projekt auf ganz Afrika auszuweiten. Noch in diesem Jahr soll das Register in Kenia laut AP vollständig in Betrieb genommen werden.

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