BERLIN, 21. Oktober. Mietern und Hausbesitzern steht ein teurer Winter bevor. Die stark gestiegenen Benzinkosten haben die Verbraucher bereits auf die hohen Energiepreise vorbereitet. Dabei steigen die Preise bereits seit Jahren. "Seit dem Jahr 2000 ist der Aufwand für Heizung, Licht und Warmwasser zusammen bis ins laufende Jahr hinein um durchschnittlich gut 30 Prozent in die Höhe geschnellt", sagt Franz-Georg Rips vom Deutschen Mieterbund (DMB). Damit seien die Kosten für einen Drei-Personen-Haushalt in einer 70 Quadratmeter großen Wohnung um etwa 300 Euro höher als noch vor fünf Jahren, teilt der DMB mit. Auch beim Strom kommen Preissteigerungen auf die Verbraucher zu. Nach Berechnungen des DMB ergibt sich für einen Drei-Personen-Haushalt eine Mehrbelastung von durchschnittlich 170 Euro im Vergleich zum Jahr 2000. Diesem Trend können Kunden lediglich durch einen sparsameren Umgang mit Energie entgehen. Beim Kostensparen im Haushalt gibt es vielfältige Möglichkeiten.Temperatur herunterregelnBeim Heizen lässt sich besonders effektiv sparen. Rund ein Drittel des gesamten Energiebedarfs in Deutschland wird nämlich für das Beheizen von Gebäuden aufgebracht, teilt der Bundesindustrieverband Haus-, Energie- und Umweltverband (BDH) mit. Schon eine geringere Raumtemperatur reduziert den Verbrauch enorm. Der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW) gibt an, dass eine Absenkung um zwei Grad den Heizenergieverbrauch um zwölf Prozent verringert. Außerdem sollten die Thermostatventile nicht nur nachts heruntergeregelt werden, sondern auch in den Tageszeiten, in denen die Bewohner längere Zeit nicht im Haus sind. Wichtig ist außerdem, dass die Heizkörper nicht von Möbeln verstellt werden, weil damit eine Ausbreitung der Wärme verhindert wird.Auch Fenster sind ein Energieleck in Wohnungen. Der Initiativkreis Erdgas & Umwelt weist darauf hin, dass gekippte Fenster für hohe Heizkostenrechnungen mitverantwortlich sind. Um die verbrauchte Luft auszutauschen, sei es ökonomischer alle Fenster für einige Minuten ganz zu öffnen. Dabei sollte das Thermostat gleichzeitig heruntergedreht werden. Wer seine Fenster austauscht, kann mit einer Wärmeschutzverglasung noch mehr Energie sparen.Eine oft übersehene Schwachstelle sind Rollläden. Denn die älteren Modelle haben Kästen, die lediglich mit einer ungedämmten Platte verschlossen sind. Studien hätten ergeben, dass eine nur wenige Millimeter breite Fuge die Dämmwirkung der Gebäudehülle um bis zu 65 Prozent verringern kann, teilt die Bausparkasse Wüstenrot mit. Diese Kästen ließen sich jedoch gut nachträglich dämmen. Dabei haben Rollläden durchaus auch eine energiesparende Funktion. Heruntergelassen können sie nämlich den nächtlichen Wärmeverlust erheblich einschränken. Denn die ruhende Luft zwischen Rollladen und Fenster erzeugt einen Wärmedämmeffekt.Einsparungen lassen sich oft ebenfalls durch eine Überprüfung der Heizungsanlage erreichen. Das verursacht zwar zunächst Kosten, rechnet sich aber meist. Denn eine Neueinstellung kann bis zu 20 Prozent der Heizkosten einsparen. Noch mehr Einsparungen bringen ganz neue Heizungsanlagen. Wer ohnehin dort investieren muss, sollte sich auch nach alternativen Energieträgern erkundigen, raten Experten.Neben der Heizenergie wird auch Strom teurer. Dabei lässt sich im Haushalt ebenfalls viel Geld sparen. Die Nutzung von Stand-By-Geräten etwa verbraucht rund zehn Prozent des privaten Strombedarfs, schätzen Experten. Dabei gibt es für diese eine einfache Lösung. Mit einer ausschaltbaren Steckerleiste kann der Dauerverbrauch gestoppt werden. Wer übliche Glühbirnen durch Energiesparleuchten ersetzt reduziert den Energieverbrauch um rund zwanzig Prozent.------------------------------ENERGIE-LECKSDämmung: Durch bewussteren Umgang mit Energie lassen sich die steigenden Kosten etwas begrenzen. Bei Gebäuden ist die Dämmung wichtig. Über Wände, Dach oder Kellerdecke verlieren sie Wärme. Eine besondere Schwachstelle sind Fenster. Dort gilt es besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen. Insbesondere, wenn alte Rollläden vorhanden sind, sollten diese überprüft werden. Meist sind die Kästen nicht isoliert, wobei es Möglichkeiten gibt, dies nachzuholen.Energieklassen: Beim Kauf von Hausgeräten sollte auf den Stromverbrauch geachtet werden. Sie sind mit einem EU-Energielabel versehen, wobei A die beste Klasse bezeichnet. Dabei gibt es zusätzlich die Klassen A+ und A++. Ein Gerät der Klasse A++ verbraucht dabei etwa 45 Prozent weniger Strom als ein vergleichbares Gerät, das das A-Kriterium gerade eben so erfüllt.Licht: Energiesparlampen verbrauchen etwa zwanzig Prozent der Energie von Glühleuchten. Sie setzen bis zur Hälfte der Energie in Licht um. Bei Glühbirnen beträgt der Anteil zehn Prozent, der Rest verpufft als Wärme. Auch Halogenlampen sind kaum sparsamer.------------------------------Grafik: Preisentwicklung------------------------------Foto: Durch Austausch von alten gegen moderne Rollläden lässt sich ein Energieleck beheben.
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