Schwerkranke Patienten in Südwestsachsen, deren Lunge oder Herz-Kreislauf versagt, können ab sofort vor Ort in ihrer Klinik an eine künstliche Lunge angeschlossen werden. Das Klinikum Chemnitz teilte am Dienstag mit, dass ein mobiles ECMO-Team den Dienst aufgenommen hat. ECMO steht für extrakorporale Membranoxygenierung: Eine Maschine reinigt das Blut außerhalb des Körpers von Kohlendioxid, reichert es mit Sauerstoff an und führt es über Katheter in große Gefäße zurück.
Bisher konnten kleinere Krankenhäuser ohne eigene ECMO-Technik instabile Patienten nur mit hohem Risiko verlegen. Nun erreichen Ärzte aus südwestsächsischen Kliniken die Chemnitzer Intensivmediziner über eine ständig besetzte Hotline. Beide Seiten klären gemeinsam, ob und wann der Einsatz sinnvoll ist. Bei kritischer Lage fährt das Team zur Klinik, schließt das System dort an und begleitet den Patienten auf die Intensivstation des Klinikums Chemnitz.
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Das Team ist an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Rufbereitschaft. Es besteht aus Anästhesisten, Intensivmedizinern und geschulten Pflegekräften der Anästhesie- und Intensivpflege. Ärztlicher Leiter ist Oberarzt Philipp Teumer. Er erwartet, dass lebensbedrohliche Situationen so schneller behandelt werden und die Überlebenschancen steigen. Jörg Martin, kommissarischer Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerzmedizin, verweist darauf, dass die ECMO eine Beatmung mit niedrigem Druck erlaubt und der Lunge Zeit zur Erholung gibt. Das Verfahren setzt das Klinikum inzwischen auch bei schwersten Herz-Kreislauf-Störungen ein.
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