Das Wort hat: Torsten Frings. Der Mittelfeldspieler des Fußball-Bundesligisten SV Werder Bremen spricht darüber, dass Juventus Turin ihn gern verpflichten würde - und dass er einem Wechsel nicht abgeneigt wäre. "Die wollen mich mit aller Macht", sagt Frings. "Ich hoffe, dass der Verein mir keine Steine in den Weg legen würde." So hat der Klub nun in Frings und in seinem Angreifer Miroslav Klose gleich zwei zentrale Figuren, die offen mit ihrem Weggang liebäugeln.Die Gerüchte, die sich vor dem Uefa-Pokal-Viertelfinale am Donnerstag gegen AZ Alkmaar um Frings und Klose ranken, zeigen, dass die Bremer eine schwierige Phase durchmachen. Seit Jahren verkaufen sie immer wieder ihre prominentesten Kräfte, ersetzen sie durch günstige Talente, formen die Talente zu Leistungsträgern und machen dabei auch noch Gewinn. Mit diesem Geschäftsmodell haben die Bremer oft Erfolg gehabt, und sie haben auch all die kleinen und großen Erschütterungen überstanden, die der Verkauf ihrer Zuschauerlieblinge mit sich gebracht hat: von Rudi Völler und Karlheinz Riedle bis zu Ailton und Valerién Ismaël.So einfach wird das jetzt kaum mehr gehen. Die Bremer haben ihr Modell spätestens vor dieser Saison weiterentwickelt und modernisiert. Sie haben es ihren gestiegenen Ansprüchen angepasst. Das Modell ist dadurch anfälliger geworden, es hakt schneller. Neue Kräfte haben weniger Zeit als früher, in die Rolle ihrer Vorgänger hineinzuwachsen. Sie müssen sofort auf Höchstniveau funktionieren. Der SV Werder erwartet von sich, in der Bundesliga um den Meistertitel mitzukämpfen und im Europapokal mehr als eine Nebenrolle zu spielen. Er kann sich keine Schwachstellen mehr leisten, er benötigt stets ein perfekt aufeinander abgestimmtes Team.Der Weggang von prägenden Spielern trifft die Bremer also härter als früher. Sie müssen schneller Lückenfüller finden, und sie dürfen sich bei der Suche nach Neulingen kaum mehr Fehler erlauben. Wenn Frings und Klose gehen, wird die nächste Saison für die Bremer also mindestens eines: interessant.
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