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Moderatorin fragt Berliner Jobcenter-Chef: „Wie vielen würden Sie am liebsten das Bürgergeld wegnehmen?“

Über mögliche Kürzungen beim Bürgergeld wird schon länger diskutiert. Nun stand der Geschäftsführer des Jobcenters in Mitte in einer TV-Sendung Rede und Antwort.

2 Min
Der Geschäftsführer des Jobcenters in Mitte war beim ARD-Morgenmagazin zu Gast.

Der Geschäftsführer des Jobcenters in Mitte war beim ARD-Morgenmagazin zu Gast.

© Markus Wächter/Berliner Zeitung

Eine kontroverse Frage der Moderatorin des Morgenmagazins der ARD, des „MoMa“, hat in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Anna Planken hatte in der Sendung Freitagmorgen den Geschäftsführer des Jobcenters in Berlin-Mitte, Lutz Mania, zu Gast. 

„Ganz ehrlich, wie viele Kunden haben Sie in Ihrer Kartei, denen Sie am liebsten das ganze Bürgergeld wegnehmen würden?“, fragte Planken.

„Das kann ich ihnen nicht sagen“, so Mania. Bestimmt gäbe es „einige Wenige“. Jedoch sei dies „nicht das, worüber wir eigentlich reden“. Die Menschen bräuchten die Unterstützung des Jobcenters in zweifacher Hinsicht: Einmal zur Sicherung des Lebensunterhaltes, zum Anderen gehe es darum, den Menschen zu helfen, „wieder in den Arbeitsmarkt zurückzukommen“ und die Abhängigkeit vom Sozialsystem zu verlieren.

Angesprochen auf die Diskussionen im Wahlkampf und den Koalitionsgesprächen, bei denen es vermehrt um angeblichen Bürgergeldbetrug ging, sagte Mania: „Ein Stück überzogen ist sie schon“. Es gebe Menschen, die „tatsächlich erstmal sagen, ich nehme keine Arbeit auf“. Dies werde in Diskussionen häufig unterstellt, dass es „nur etwas mit Wollen zu tun“ habe. Damit habe es jedoch nicht unbedingt zu tun, sondern auch mit können. Es könne auch passieren, dass Menschen es sich nicht aufgrund diverser Erfahrungen zutrauen. Aufgabe des Jobcenters sei es dann, diesen Menschen zu helfen, so Mania.

Immer wieder werden Forderungen nach der Kürzung des Bürgergelds laut. Der Präsident des Bundes der Steuerzahler forderte gegenüber der Berliner Zeitung einen Kurswechsel in der Sozialpolitik: Nicht die Höhe der Leistungen sei das Hauptproblem, sondern die Frage, wer sie bekommt – und warum. Solange Bürgergeld zum Teil attraktiver als Arbeit sei, werde das System ausgenutzt.


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