Forschung

Mondgestein im CT: Freiberger Forscher drucken Partikel 1500-fach vergrößert

Die Probe aus einem Bohrkern der Mission Luna 16 gehört der Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz und darf nicht aus ihrem Gefäß.

2 Min
Mondgestein im CT: Freiberger Forscher scannen eine Probe mit dem Röntgentomographen.

Mondgestein im CT: Freiberger Forscher scannen eine Probe mit dem Röntgentomographen.

© Ralf Ditscherlein

Forscher der TU Bergakademie Freiberg haben eine Probe Mondgestein aus der Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz mit einem Röntgen-Computertomografen durchleuchtet. Das Material stammt aus einem Bohrkern der Mission Luna 16, wie die Hochschule mitteilte. Aus den Scandaten druckte das Team dreidimensionale Modelle einzelner Körner in bis zu 1500-facher Vergrößerung. Sie sollen Besuchern der Ausstellung das Material anschaulich machen.

Der wissenschaftliche Mitarbeiter Ralf Ditscherlein vom Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik war bei einem privaten Besuch in Morgenröthe-Rautenkranz auf die Probe gestoßen und fragte sie für die Untersuchung an. Die Leihgabe kam nur zustande, weil das Gestein für den Scan im geschlossenen Probengefäß bleiben kann. Der Tomograf liefert keine Angaben zur chemischen Zusammensetzung, zeigt aber Form und Größe von rund 150 Partikeln.

Nur 386 Kilogramm Mondgestein auf der Erde

Bisher gelangten nach Angaben der Hochschule nur etwa 386 Kilogramm Mondgestein zur Erde. Wer keine echte Probe bekommt, arbeitet mit künstlichen Nachbildungen, die jeweils nur einen Teil der Eigenschaften treffen. Die Freiberger Daten sollen deshalb frei zugänglich veröffentlicht werden, damit sich Nachbildungen mit dem Original vergleichen lassen. Partner sind die Universität Ulm und die TU Braunschweig. Korngröße und Kornform entscheiden etwa darüber, wie sich das Material schüttet und verdichtet. Das zählt für Anlagen, die auf dem Mond aus Gestein Sauerstoff gewinnen sollen. An solchen Projekten ist die Freiberger Hochschule mit Airbus und dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung beteiligt. Ein neuer Mitarbeiter, Aswin Kunnathully, soll die Daten dort einbringen.

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