Eine innere Stimme, es ist die klagende von Fausts Gretchen, begleitet jeden meiner Schritte in dieser Ausstellung „Hero“ der Berlinischen Galerie: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles …“ Übertragen ins Heute und auf das gravierend weltbewegende Thema dieser Ausstellung, wird daraus: „Am Erdöl hängt, zum Erdöl drängt doch alles“.
Monira Al Qadiri aus Kuwait, geboren 1983 im Senegal, studierte Kunst in Japan, wo sie zehn Jahre lebte. 2022 war sie Venedig-Biennale-Teilnehmerin. Heute ist Berlin ihre Wahlheimat. Sie ist Künstlerin der namhaften König Galerie. An die lange Wand der mit blutrotem Teppich ausgekleideten Sonderausstellungshalle des Berliner Landesmuseums hat sie einen bedrohlich riesigen Öltanker gemalt – und davor kleine Tanker auf Metall-Stäben installiert.
Das Knallrot der Auslegware steht für das giftige Biozid Tributylzinn (TBT), das im Schiffbau in Antifoulingfarben vorkommt, die Boote vor Bewuchs schützen sollen, aber zugleich massive Schäden in marinen Ökosystemen verursachen. An der Stirnseite der Halle klebt eine Öl-Blase, als monströs glänzender Blutstropfen. Und vorn am Entrée sind Bullaugen montiert, mit roten Schiffen hinterm Glas. Wie Öltanker auf den Weltmeeren.
Kunst
Monira Al Qadiri in der Berlinischen Galerie: Am Erdöl hängt, zum Erdöl drängt doch alles
Die Künstlerin aus Kuwait macht den fatalen Kontext von Segen und Verhängnis des mit allen Mitteln begehrten fossilen Rohstoffs beklemmend bildhaft.
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Rot wie Blut in der Sonderausstellungshalle der Berlinischen Galerie: Monira Al Qadiris „Hero“-Tanker
© Roman März
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