Motiv: Angst vor Abschiebung

17-Jähriger sprang aus Praxisfenster

BLZ
1 Min

Bei einem Sturz aus dem Fester einer im dritten Stock liegenden psychotherapeutischen Praxis in Charlottenburg wurde am Freitag ein 17-jähriger Kurde türkischer Staatsangehörigkeit lebensgefährlich verletzt. Offenbar aus Angst vor der Abschiebung war der Jugendliche aus dem Fenster in einen sechs Quadratmeter großen Lichthof gesprungen. Er wurde in ein Krankenhaus transportiert, wo er am Rücken operiert wurde.Der 17-Jährige war am Morgen auf dem U-Bahnhof Klosterstraße (Mitte) von BVG-Bediensteten kontrolliert worden. Nach Angaben der Polizei war seine Umweltkarte gefälscht. Er flüchtete. Dabei liess er Papiere zurück, darunter offenbar einen abgelaufenen Duldungs-Ausweis und eine Terminvereinbarung mit der Praxis in der Roscherstraße in Charlottenburg. Dort sei er in Behandlung gewesen, weil er nach Angaben der Charlottenburger Ärzte in der Türkei gefoltert und traumatisiert war. Nach Polizeiangaben hatten ein 44-jähriger Therapeut und eine 41-jährige Sekretärin die Anwesehenheit des Gesuchten geleugnet und den Beamten den Zutritt verwehrt. Als die Polizisten einen Knall hörten, hätten zwei Beamte Pistolen gezogen und seien in die Praxis eingedrungen. Daraufhin sei der 17-Jährige gesprungen.In der "Abendschau" nannte einer der Therapeuten das Verhalten der Polizei "nicht angemessen". (lo.)

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