Der deutsche Sport bewirbt sich mit München als Gastgeberstadt und Kiel als Segel-Standort um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Das gab der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden bekannt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DOSB-Präsident Thomas Weikert verkündeten das Ergebnis. Das Nachsehen hatten die Region Köln-Rhein-Ruhr und ihr Segel-Standort Rostock-Warnemünde.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) äußerte nach der Entscheidung seine Zuversicht auf mögliche Spiele im eigenen Land. „Olympia gehört nach Deutschland. München ist unser Kandidat für die Bewerbung, ganz Deutschland steht dahinter. Wir wollen die Olympischen und Paralympischen Spiele zu uns holen – für Gänsehaut, große Erfolge, unvergessliche Momente und ein ganzes Land, das mitfiebert“, schrieb Merz auf der Plattform X.
Olympia 2036 oder 2040: Wüst und Schwesig werben mit Ost-West-Konzept gegen München
Für Kiel wäre es nach 1936 und 1972 die dritte Ausrichtung olympischer Segelregatten. Bei einem Bürgerentscheid im April hatten sich in der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins 63,5 Prozent für eine Olympia-Bewerbung ausgesprochen.
Segelstadt mit internationalem Renommee
Die Regatten der Kieler Woche Ende Juni gelten im olympischen Segelsport als bedeutende Wettbewerbe. In Kiel ist zudem ein Bundesstützpunkt des Deutschen Segler-Verbandes (DSV) angesiedelt.
Die größten Regionalverbände im DSV hatten sich im Vorfeld für Kiel ausgesprochen – darunter auch der Segler-Verband Nordrhein-Westfalen, obwohl die Olympia-Bewerbung des Landes auf Rostock-Warnemünde als Segelstandort setzte. Diese Regionalverbände repräsentierten zusammen „75 Prozent der deutschen Seglerinnen und Segler“, sagte Schleswig-Holsteins Sportministerin Magdalena Finke.
Abstimmung mit 144 möglichen Stimmen
Stimmberechtigt waren die 42 olympischen Spitzenverbände mit je drei Stimmen, die im Block vergeben werden müssen, dazu acht persönliche Mitglieder und die zehn Präsidiumsmitglieder des DOSB. Bei der geheimen Abstimmung fehlten nach Angaben des DOSB mindestens drei persönliche Mitglieder, darunter der verletzte Fußballer Leon Goretzka, die frühere Monoski-Fahrerin Anna Schaffelhuber und die Kanupolo-Spielerin Elena Gilles.
Aus dem ursprünglichen Vierkampf war zuvor ein Duell geworden: Ende Mai hatte ein Bürgerreferendum in Hamburg die dortige Bewerbung gestoppt, zwei Tage vor dem Votum in Baden-Baden zog Berlin zurück. (mit dpa)
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