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Kopf-an-Kopf-Rennen bei Olympia-Bewerbung: Doch Berlin ist wohl chancenlos

Bei der Bewertung der Olympia-Bewerbungen liegt München knapp vor Köln-Rhein-Ruhr. Berlin fällt hingegen deutlich zurück.

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Die Olympia-Bewerbung Berlins wurde schlechter bewertet als die von München oder dem Rhein-Ruhr-Gebiet.

Die Olympia-Bewerbung Berlins wurde schlechter bewertet als die von München oder dem Rhein-Ruhr-Gebiet.

© Jens Kalaene/dpa

Die Evaluierungskommission des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) hat ihren abschließenden Bericht zur deutschen Olympia-Bewerbung vorgelegt – und sieht München knapp vorn.

87 von 100 Punkten für die bayerische Landeshauptstadt, 85 für Köln-Rhein-Ruhr, 74,6 für Berlin: Zwischen den beiden Erstplatzierten liegt fast nichts, die Hauptstadt ist dagegen praktisch aus dem Rennen. Wer Deutschland bei der Bewerbung um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 vertreten soll, entscheidet sich am Samstag bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden.

So bewertet die DOSB-Kommission die Olympia-Bewerbungen

Die Kommission um Weikert vergab an München und Köln-Rhein-Ruhr die Note „sehr gut“. Berlin kam mit seinen 74,6 Punkten nur auf ein „gut“.

Das Votum ist eine wichtige Grundlage für die Mitgliederversammlung, bindend ist es allerdings nicht. Bewertet wurden die finalen Konzepte, die die Bewerber bis Anfang Juni einreichen mussten. Grundlage war eine gemeinsam mit dem Bund entwickelte Matrix.

Warum München bei der operativen Eignung vorn liegt

Münchens größter Vorteil sind die kurzen Wege. Wie schon bei den Spielen 1972 will die Stadt ihre Wettbewerbe zentral bündeln. Die Reisezeiten berechnete der DOSB anhand der Fahrtzeit um 3 Uhr nachts vom Olympischen und Paralympischen Dorf aus. In der Kategorie „sportfachliche und operative Eignung“ schnitt München am besten ab.

In mehreren Kategorien bewerteten die olympischen Verbände München besser als der DOSB selbst.

Köln-Rhein-Ruhr liegt bei den Tickets vorn. Mit 17,6 Millionen möglichen Karten übertrifft die Bewerbung die Konkurrenz deutlich.

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Sowohl das Ticketpotenzial als auch die möglichen Tageszuschauer bewertete der DOSB mit der Höchstpunktzahl von 100. Auch bei der „internationalen Strahlkraft Sport“ liegt der Ballungsraum mit 100 Punkten vorn – vor Berlin (82) und München (74,5).

Beim Faktor Stabilität trennt die Rivalen kaum etwas. München erhielt 100 Punkte, Köln-Rhein-Ruhr knapp 99. Ausschlaggebend waren die Bürgerentscheide. In München stimmten 66,42 Prozent für die Bewerbung, in Köln-Rhein-Ruhr 65,87 Prozent. Gewertet wurde jeweils nur das Gesamtergebnis.

München und Nordrhein-Westfalen werten Bericht als Erfolg

„Münchens Olympia-Traum rückt näher!“, sagte Oberbürgermeister Dominik Krause. Das Ergebnis zeige, „dass unser Konzept auch die Fachleute von DOSB und Bundesregierung überzeugt hat“.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) betonte den geringen Abstand: „Gemeinsam mit der bayerischen Bewerbung sind wir in der bestmöglichen Kategorie Kopf an Kopf.“ Die Entscheidung am Samstag werde „ein ganz enges Rennen“.

Warum Berlin kaum noch Chancen hat

Für Berlin sieht es schlecht aus – und das liegt nicht nur an den Punkten. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus am Sonntag wurde die Linke stärkste Kraft, die eine Olympia-Bewerbung ablehnt.

Anders als München und Köln verzichtete Berlin auf einen Bürgerentscheid. Nur das Abgeordnetenhaus stimmte mehrheitlich für die Bewerbung – noch unter der schwarz-roten Koalition, die am Sonntag abgewählt wurde. Die fehlende Bürgerbefragung wertete die Kommission als Nachteil.

Berlins Olympia-Beauftragter Kaweh Niroomand sieht die größere Gefahr aber woanders. Wahlsiegerin Elif Eralp habe „innerhalb von 45 Sekunden die ganze Bewerbung vom Tisch gewischt“, sagte der 73-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Das habe „eine enorme Verunsicherung unter die Verbände“ gebracht. Eralp, die Regierende Bürgermeisterin werden könnte, hatte einen Tag nach der Wahl erklärt, die „Entscheidung“ habe sich „erledigt“.

Die Entscheidung fällt bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung. Maximal 144 Stimmen sind zu vergeben. Stimmberechtigt sind vor allem die 42 olympischen Spitzenverbände mit je drei Stimmen. Hinzu kommen acht persönliche Mitglieder.

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