Münsteraner Ideen für den Hafen Tempelhof finden Zustimmung im Bezirk

Kultur, Markt, Erlebnis

Birgitt Eltzel
2 Min

TEMPELHOF. Ein Trogbad im Hafenbecken, ein Strand mit Lokalen ähnlich dem Bundespressestrand in Mitte, eine Bühne auf dem Wasser - der Hafen Tempelhof soll sich auch nach seiner Neugestaltung maritim präsentieren. Am Dienstag wurde das Projekt der Hans Lochner GmbH (HLG) im Stadtplanungsausschuss von Tempelhof-Schöneberg vorgestellt. Und es fand viel Zustimmung. Die Bezirksverordneten erhoffen sich eine Aufwertung des ganzen Gebietes. Allerdings müsse darauf geachtet werden, dass sich das Vorhaben nicht negativ auf die Geschäfte am Tempelhofer Damm auswirke.Vor zwei Wochen hatten die Münsteraner den Zuschlag für das 4,4 Hektar große Gelände bekommen. Rund 17 Millionen Euro sollen sie den Eigentümern, drei Brandenburger Landkreisen, dafür zahlen. Voraussichtlich im März wird der Kaufvertrag notariell unterzeichnet. Christian Diesen, Geschäftsführer der HLG-Projektmanagement, hat feste Vorstellungen, wie der Hafen am Teltowkanal künftig aussehen soll: "Kultur, Markt, Erlebnis", verspricht er. Deshalb soll nicht nur ein Einkaufszentrum mit rund 15 000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Die HLG hat auch Ideen aufgegriffen, die beinahe ein Jahr lang im Bezirk am runden Tisch diskutiert wurden: So sind Gaststätten ebenso geplant wie Bootsanlegestellen für Wassertouristen. Es wird einen Spielbereich für Kinder geben sowie Brücken über den Teltowkanal und als Verbindung zweier Landzungen. Voraussichtlich im Jahr 2005 sollen die Bauarbeiten beginnen, die Gesamtkosten beziffert Diesen mit rund 80 Millionen Euro.Herzstück der Anlage soll der denkmalgeschützte Speicher werden. Nach seiner Sanierung sollen dort Händler und Gewerbetreibende einziehen, ins obere Stockwerk eine Jugendherberge. Anschließen wird sich ein Neubau mit viel Glas - das eigentliche Shopping-Center. Am Tempelhofer Damm und an der gegenüberliegenden Hafenseite entstehen kleinere Häuser - Hotels, Gaststätten, Läden. Die Sicht auf den Speicher, das Ullsteinhaus und das ebenfalls denkmalgeschützte SEL-Gebäude werde frei gehalten, verspricht Johannes Tücks vom Berliner Architekturbüro Reinhard Müller. "Solitäre soll man nicht verdecken, sondern in Szene setzen."Bauen am Wasser // Die Architekten: Das Berliner Architekturbüro Reinhard Müller entwickelt das Konzept für die künftige Nutzung des Hafens Tempelhof. Müller, Mitinhaber der Firma Wert-Konzept, die auch Häuser in der historischen Karl-Marx-Allee saniert, gilt als besonders erfahren im Umgang mit denkmalgeschützten Gebäuden.Das Vorbild: Das Architekturbüro war bereits beim Umbau der Spreespeicher an der Oberbaumbrücke erfolgreich. Der alte Getreidespeicher von 1913 wurde zum Büroloft, ins ehemalige Eierkühlhaus zog 2002 die Deutschlandzentrale von Universal Music.ARCHITEKTURBÜRO REINHARD MÜLLER Nächtliche Hafen-Vision: vorn das Ullsteinhaus, in der Mitte der Speicher mit dem gläsernen Einkaufszentrum.

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