Museum an der Friedrichstraße schloss Partnerschaft mit 4. Hellersdorfer Gymnasium

Schüler führen durchs Haus am Checkpoint Charlie

Louise Brown
3 Min

Von diesem Schuljahr an werden die Schüler des 4. Gymnasiums in Hellersdorf zum Geschichtsunterricht öfter nach Kreuzberg fahren. Zwischen dem Gymnasium und dem Museum "Haus am Checkpoint Charlie" wurde am Freitag eine Partnerschaft geschlossen. Es ist die erste Partnerschaft zwischen dem Museum an der Friedrichstraße und einer Schule in Berlin. "Durch die Zusammenarbeit wollen wir die heranwachsende Generation für die jüngste Geschichte interessieren", sagt Museumsleiter Rainer Hildebrandt. Das Haus am Checkpoint Charlie beschäftigt sich seit 1963 mit der Geschichte der Teilung Berlins. Die Idee für die Schulpartnerschaft hatte die Ehefrau des Museumschefs, Alexandra Hildebrandt. Im Frühjahr wandte sie sich an die Oberschulen in Berlin. Zeitzeugen beeindrucken"Wir waren von Anfang an von der Idee begeistert", sagt die Leiterin des 4. Gymnasiums in Hellersdorf, Bärbel Cohaus. Dadurch könne man jetzt den Geschichtsunterricht viel praktischer gestalten. Das haben bereits die Museumsbesuche des Geschichtsleistungskurses im Sommer bewiesen: "Die Exponate im Museum erzählen viel mehr als unsere trockenen Unterrichtsbücher", sagt die 19jährige Judith Petschelt, die die 13. Klasse besucht. "Vor allem die Zeitzeugenberichte über Fluchtversuche an der Berliner Mauer haben mich beeindruckt", sagt sie. "Meine beiden Geschwister sind auch in den Westen geflüchtet", sagt sie. Mit ihrer Familie habe sie zwar öfters darüber gesprochen, aber: "Ich wollte mir selbst ein Bild davon machen, wie und warum andere damals geflohen sind", sagt sie. "Es gibt so viel, was wir über die Zeit der Teilung noch lernen wollen", sagen Judith und ihre Mitschülerin Janine Friedrich. Vor zehn Jahren, als Acht- und Neunjährige, habe die Mauer zu ihrem Leben gehört. "Durch die Partnerschaft mit dem Museum haben wir jetzt die Gelegenheit, uns im Nachhinein ausgiebig über die Mauer-Zeit zu informieren", sagt Judith. Die Partnerschaft heißt für die 485 Hellersdorfer Gymnasiasten, sie können das Museum kostenlos besuchen. Vor allem die jüngeren Schüler der 7. Klasse zieht es in das Haus: "Wir haben festgestellt, dass die Elfjährigen sich besonders für die Mauer interessieren, und das, obwohl sie die Teilung Deutschlands selbst gar nicht erlebt haben", sagt die künftige Abiturientin Janine.Zur Zeit arbeiten die Schüler an Ideen, wie sie sich an der Arbeit des Museums beteiligen können. Im Englischleistungskurs bereiten die 13. Klassen eine Führung in englischer Sprache durch das Haus vor, den sie dann auch selber anbieten wollen. Die Zwölftklässler wollen Geschichtsvorträge im Museum halten, die vor allem an jüngere Besucher gerichtet sind. Sogar in Mathe befasst man sich mit dem Haus am Checkpoint Charlie: Dort arbeiten die Schüler an einer neuen Internetseite für das Museum.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner